Beim Schmoren von Kalbsbäckchen hat man viel Zeit über sich und die Welt zu sinnieren. Meistens befinde ich mich dabei noch in weinseliger Laune, denn kommt einem eine Flasche im Bräter zunächst ein wenig wenig vor, unterbricht man das Auffüllen doch lieber eilig, bevor das Fleisch anfängt zu schwimmen. Fünf Stunden Zeit und etwas mehr als einen halben Liter Wein, den für´s Essen noch nicht mit eingerechnet, schweifen also die Gedanken um Bäckchen, ob Backen die Steigerung zu Bäckchen ist und warum grade die Frau, die fast für nichts bekannter ist als ihre Bäckchen-Rezepte ausgerechnet dem Backen so wenig abgewinnen kann…
Was das Rezept betrifft – da werdet ihr sicher in Astrids Archiv fündig. Mir fällt auch niemand ein, der das noch schöner beschreiben könnte… Der Hamburger Wein- und Sekt-Kontor und ich empfehlen zu den Bäckchen gerne noch einen edlen Tropfen, bevor ich euch verrate, wie man die Linsen, für mich die perfekte Bäckchen-Beilage, zubereitet:
2004er San Silvestro Barbaresco DOCG Famiglia Sartirano
Aus einem Familienweingut stammt dieser ausdrucksvolle und vom Stil her sehr klassische Barbaresco. IDer Duft ist typisch mit Anklängen N Kirschen und Kirschkompott, Lakritz, edles Leder und eine Spur Weihrauch. Der Geschmack ist harmonisch mit straffen, aber gut eingebundenen Tanninen und sehr nachhaltig. Dieser sehr elegante Barbaresco lässt sich exzellent mit diesem Gericht verbinden.
2007er Spätburgunder „B“ Pfalz Weingut Friedrich Becker
Friedrich Becker gilt als einer der Burgunder-Spezialisten Deutschlands, seine Spätburgunder zeigen sich mit den berühmten Pendants aus Frankreich auf Augenhöhe. Der Jahrgang 2007 ist jetzt wunderbar trinkreif, zeigt Eleganz, Charakterstärke und vor allen Dingen das für den Pinot typische Spektrum von Kirschen, frischen Brombeeren und einer Spur Vanille und Karamell. Am Gaumen seidig, samtig, sehr fein und komplex. Ein zauberhafter Verführer.
Aber bevor wir uns über die Linsen hermachen (dort oben übrigens mit Feldsalat und einem Kartoffel-Dressing) wird es Zeit für ein ernsteres Thema: Abnehmen. Wieder spannt die Hose und kneift an unangenehmen Stellen. Wieder wünscht man sich die Genusspfunde – über Monate angesammelt – vom Leib und wieder – es hilft nichts, muss gespart werden. Weniger Essen heißt die Devise. Scheiß-Devise. Ich will garnicht weniger essen. Ich will auch nichts anderes essen. Ich will auch wirklich auf nichts verzichten – grade neulich erst wieder gelesen: Sie müssen auf nichts verzichten – ja gut, außer Brot, Kartoffeln, Nudeln… Oder mein Lieblingstip: Nach Fünf keine Kohlenhydrate – da fängt mein Tag erst an… Fett ist eh auch ganz schlecht, wie schön, dass die Mode-Diät 2012 gleich auf beides verzichtet und sich ganz auf Eiweiß konzentriert. Wer denkt das sei des Wahnsinns Gipfel – festhalten: Neulich in der Post eine freundliche Anfrage ob ich nicht die Milch-Diät testen will! Kalzium, der Fettkiller schlecht hin. Klar, die Makronährstoffe sind durch, machen wir eine Etage drunter weiter. Genial – dumm wer da noch Kochbücher schreibt – ich glaub ich schreib ein Diätbuch. Die Sonnenblumenkern-Diät, wie sie mit Magnesium dem Hüftspeck den Kampf ansagen, oder so…
Aber dann ich so: Ok, Sport! Mal schauen was man damit so reißen kann. Bisher fühle ich permanenten Muskelkater und einen noch größeren Appetit. Ob man sich da wohl nur durchkämpfen muss, oder ob ich um´s Sparen dauerhaft nicht herum komme? Es bleibt spannend (im wahrsten Sinne des Wortes)!
Wir wollten uns den eiweißreichen und hauptsächlich aus komplexen Kohlehydraten bestehenden Linsen widmen. Bioland, aus nächster Nähe, genau wie die Möhrchen, Sellerie und der Speck, die auch dabei sein dürfen. Ich schmelze für meine Linsen Gutebutter (ein Wort!) in einem Topf und schwitze Schalotten, Möhrchen, Sellerie und Bauchspeck an, röste die Linsen kurz mit und lösche mit Kalbsfond ab, evtl. mit etwas Wasser auffüllen, Deckel drauf und schön weich kochen. Mit Pfeffer, Salz, Balsamico und Senf, evtl. einem etwas schärferen Essig abschmecken und reuelos genießen. Passt auch gut zu Feldsalat und einem Kartoffeldressing.



Ach das ist doch auch ein Mist. Mit Ranzen ist bleed, was dagegen tun auch.
Aber ich zieh’s durch jetzt, dann hab ich wieder 1-2 Jahre ruhe. SO!
Her mit den Linsen, die passen ins Konzept!
Lieber Alex, Du sagst doch selbst: Diät immer nur zwischen den Mahlzeiten!
Und ansonsten dürft ihr mich alle gerne wieder virtuell beim Fasten begleiten. Hat doch Spaß gemacht letztes Jahr, oder? Ab Montag geht´s los! Dann gibts wieder gefülltes Eichhörnchen und frittierte Schmetterlingsflügel. Ach ja – und Biber natürlich, fast hätte ich den Biber vergessen!
Mir geht es wie dir, ich will auf nichts verzichten. Da hiflt nur FDH, aber das ist auch nicht soo einfach.
Jawooooolll! Gutebutter – EIN Wort!
In der Tat es bleibt “spannend” *chichi*
Erstens: hätte ich viel lieber das Rezept fürs Kartoffeldressing…
Zweitens: begann ich seinerzeit mit Laufen um den Kilos den Kampf anzusagen und es entwickelte sich ein Monsterappetit der nicht zu bändigen ist und war….. aber es repariert den Kopf…der nimmt das dann nicht mehr so genau mit dem Gewicht und so;-)
Wohl bekomms!
@Heike Wir könnten zusammen ein Diätbuch schreiben!? Na?
@AT Fasten, würde mir sicher auch gut tun. Ich fühle mich schon lange so, dass ich (neben dem Speck) irgendwelchen Balast mit mir rumtrage… Ich trau mir das glaub ich nicht zu, freu mich aber schon wieder darauf dich dabei zu begleiten
@Zorra Ja, FDH klingt zwar abgenutzt, aber ich denke das ist der Weg, den es sich zu gehen lohnt. Und ohne Verzicht gibt´s auch keinen Frust.
@Oli Ein Wort!
@Bianca Kartoffel mit den Linsen mitkochen, bis sie weich ist (das ist sie vor den Linsen), mit Sahne, Traubenkernöl, weißem Balsamico, Pfeffer und Salz pürieren. Dazu geht natürlich noch ein bisschen Brühe, Muskat – alles was sonst auch gut zu Kartoffeln passt
Das mit dem Laufen klingt gut für mich, aber dafür bin ich bestimmt viiiiel zu schwer – Gelenke und so…
Suuuper.Danke! Wird umgehend nachgemacht
P.s. langsam federnd laufen mit gutem Schuhwerk…..das passt schon;-)
Ich liebe Linsen!
…und was hab ich sie früher gehasst!
Was soll den da drin stehen? Nichts essen und WII spielen? Ok, fertig geschrieben
Fehlt noch das pseudowissenschaftliche Konzept dahinter und dann kann’s ab zum Verlag!
Lieber Alex,
das ist für auch das größte Rätsel der Kochbloggerscene, warum Töchter dem Backen nichts abgewinnen können.
Es grüßt trotzdem
Martin
Hm, vielleicht kehrt sich das mit dem Sport ja irgendwann um… An Tagen, an denen ich laufe, habe ich z.B. immer weniger (Heiß)Hunger. Hach ja, aber was soll´s, einmal Bäckchen und Linsen bitte!