Flammkuchen mit Pfifferlingen

“Du Papa!? Warum sagt der Mann mit dem komischen Hut und dem Schnurrbart tarte flambée zu der Pizza?” – Fragen auf die einen auch beim Partnerabend niemand vorbereitet. Dabei gibt es sicher nach der Geburt noch genügend Situationen, in denen Mann unkontrolliert zu hecheln beginnt.

Dabei stelle ich es mir nicht zu kompliziert vor, dem Kind die Sache mit dem Flammkuchen zu erklären. Gut, ursprünglich hat man Flammkuchen gebacken, um die erste Hitze des angefeuerten Holzofens nutzen zu können. Das Brot wäre verbrannt, weshalb man einfach etwas vom Teig dünn ausrollte, Saurrahm darauf verteilte, Speck und Zwiebeln drüber und ab in die Glut. Da früher immer alle irgendwie beschäftigt waren, muss das ein willkommener Gruß aus dem Ofen (sozusagen) gewesen sein. Dazu ein Humpen Bier und der nächste Hektar pflügte sich wie von alleine. Heute verhält sich die Situation aber anders: Erst muss der Ofen bis über seine Grenzen hochgefahren werden und die Resthitze hängt hinterher stundenlang im Passivhaus fest. Pflügen muss auch niemand mehr, womit wir wieder beim Thema Gürtelüberhang wären. Trotzdem längst kein Grund auf seinen Flammkuchen zu verzichten.

Flammkuchen mit Pfifferlingen

Noch so eine Sache, die in den nächsten ein, zwei Generationen aussterben wird, ist das Wissen um die Pilze im Wald. Wobei, bei mir ist dieses Wissen schon ausgestorben. Ich kann nur die Pilze auf dem Wochenmarkt auseinanderhalten und noch nicht mal dort mit Gewissheit (Kräuterseitling vs. Steinpilz anyone?). Aber essen tu ich die kleinen Dinger unheimlich gerne, weshalb ich mir auch ein Hütchen gefreut habe, als mir mein Schwager am Wochenende ein randvolles Körbchen Pfifferlinge überreichte. Neben einem nur für private Anlässe festgehaltenen Nudelgericht, wurde aus dem zweiten Drittel des großzügigen Geschenks dieser blechgroße Flammkuchen, von dem mittlerweile auch der ungeborene Nachwuchs sein Stückchen einfordert.

Flammkuchen mit Pfifferlingen

Flammkuchen mit Pfifferlingen

  • 250 g Mehl. Eigentlich Weizenmehl, hier eine Variante mit Resten, also 140g helles Dinkelmehl und 110g Weizenvollkornmehl. Dazu ein Löffel Sauerteigansatz, den es nicht braucht, der aber auch nicht schadet.
  • 125g Wasser
  • 2 EL Öl
  • 1 TL Salz (mindestens)
  • Ein Becher Crème fraîche
  • 2 EL Milch
  • Schwarzer Pfeffer, Salz, Muskatnuss
  • 150 g Speck
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 handvoll Pfifferlinge
  1. Die Pfifferlinge putzen – das macht der Papa mit der Salatschleuder: Erst abbrausen, dann mit einem EL Mehl und reichlich Wasser schleudern. Korb aus der Schleuder heben, abbrausen, mit klarem Wasser erneut schleudern, abbrausen, trocken schleudern und auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Restlichen Waldboden entfernen. Schwarze Stellen an den Pilzen wegschneiden.
  2. Ofen auf höchster Temperatur vorheizen.
  3. Aus Mehl, Wasser, Öl und Salz einen glatten Teig kneten, in Folie wickeln und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  4. Crème fraîche mit der Milch glattrühren und (sehr) kräftig mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken.
  5. Speck in Streifen, Zwiebeln in Ringe schneiden.
  6. Teig sehr dünn ausrollen und 3 Minuten vorbacken, dann suppt der Teig nicht so schnell durch.
  7. Creme Fraiche, Speck, Pilze und Zwiebeln auf dem Teig verteilen und fertig backen, bis die Zwiebeln Farbe angenommen haben (ca. 10 Minuten).

Lammcarrée aus dem Ofen mit Rosmarin-Honig-Jus und weißer Knoblauch-Emulsion

Kulinarische Erinnerungen gehören mit zum Schönsten, was man sich aus dem Urlaub mit nach Hause bringen kann. Und damit meine ich jetzt nicht die Flasche Wein, die beim Sonnenuntergang am Strand so gut geschmeckt hat, sondern eher die Geschmäcker, die sich fest im Hirnstamm festsetzen und einen dann völlig unerwartet im Nu wieder zurück in den Urlaub katapultieren. Das kann passieren, wenn man frisch gehackten Knoblauch in heißes Olivenöl wirft, oder Schalotten, die in Salzbutter schwitzen mit Weißwein ablöscht. Der Duft steigt auf, die Augen gehen zu und schon spürt man den Sand zwischen den Zehen, die Sonne auf der Haut, den Duft nach Salzwasser in der Nase und die Freiheit im Kopf, grade nichts besseres zu tun zu haben, als den Moment hier und jetzt zu genießen.

Lamm-Karree mit Knoblauch-Emulsion und Rosmarin-Jus

So ähnlich ging es mir bei der weißen Knoblauch-Emulsion aus diesem Rezept. So simpel wie umwerfend köstlich. Einige Knoblauchzehen werden immer wieder in Milch aufgekocht, püriert und einreduziert. Dabei karamelisiert der Milchzucker leicht, unterstreicht den würzigen Knoblauch und mit etwas Meersalz und Phantasie spürt man dem Urlaub in Spanien nach. Die kräftige Rosmarin-Jus mit einem Schuss Sherry tut ihr übriges und ein zartes rosa Lamm geht eigentlich immer. Die Idee für dieses Rezept stammt vom Restaurante Portomarin in Hamburg und ist Teil des kostenlosen eCookBooks „Schmackhafte Erinnerungen“, das Bravofly auf seiner Webseite veröffentlicht hat, mit dem Ziel die kulinarischen Urlaubserinnerungen für jeden am heimischen Herd wieder nachfühlbar zu machen. Eine schöne Idee, die ich gerne unterstütze. Neben diesem Ausflug nach Spanien, finden sich weitere Rezepte aus Italien, der Türkei, Österreich, Frankreich, Griechenland und den USA im Kochbuch, das im PDF Format vorliegt. Viele der Rezepte wurden von in Deutschland ansässigen Restaurants, die die jweilige Länderküche beherrschen, beigesteuert.

Lammcarrée aus dem Ofen mit Rosmarin-Honig-Jus und weißer Knoblauch-Emulsion

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN

Für das Lamm und den Rosmarin-Honig-Jus:

  • 4 Lammcarrée à 500g
  • 1 Knoblauchzehe
  • 6 EL. Olivenöl
  • 3 TL Honig
  • 12 Rosmarinzweige
  • 3 EL PX-Sherry
  • 150 ml Demi-Glace (aus dem Glas)
  • Pfeffer aus der Mühle, Salz

Für die Knoblauch-Emulsion:

  • 6 Knoblauchzehen
  • 300 ml Vollmilch
  • Salz
  1. Fleisch waschen,trocken tupfen und parieren. Evtl. noch vorhandene Fleischreste an den Rippenknochen sauber abschaben.
  2. Die Demi-Glace im Topf kurz aufkochen lassen, Honig, PX-Sherry und sieben Rosmarinzweige dazu geben, noch einmal aufkochen und auf kleiner Flamme etwas ziehen lassen.
  3. Das Ganze durch ein feines Sieb streichen und warm stellen.
  4. Die Lammcarrées in der Pfanne mit Olivenöl, einem Rosmarinzweig und einer ganzen gehäuteten Knoblauchzehe von allen Seiten anbraten. Das Fleisch nun salzen und pfeffern und im vorgeheizten Backofen auf dem Blech bei 200°C ca. 8 Minuten weiterbacken.
  5. Die Milch mit den gehäuteten ganzen Knoblauchzehen vier Mal aufkochen. Das Ganze mit einem Mixer pürieren und durch ein feines Sieb geben. Leicht salzen und evtl. noch auf kleiner Flamme ein wenig eindicken lassen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Kurz mit dem Handmixer im Topf emulsionieren.
  6. Das Fleisch aus dem Ofen nehmen und in zwei Hälften schneiden. Einen Saucenspiegel auf die warmen Teller geben und je zwei Lammcarrée-Hälften mit verschränkten Rippen darauf anrichten.
  7. Den Rosmarin-Honig-Jus mit der weißen Knoblauch-Emulsion verzieren. Jeden Teller mit einem Rosmarinzweig dekorieren.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Bravofly und spiegelt meine persönlichen Gedanken zur Urlaubsküche und Meinung zum präsentierten Rezept wieder.

Zwetschgen-Schokoladenmousse auf einem Zwetschgen-Apfelbett

Ende August habe ich ich hier in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) im Rahmen der Kampagne Deutschland – Mein Garten einen Rezept-Wettbewerb veranstaltet, bei dem die Teilnehmer ein Dessert zu einer von mir präsentierten Vorspeise und Hauptgang kreirten. 15 Rezepte wurden eingereicht und ich hatte die Aufgabe den Gewinner auszuwählen. Dazu habe ich mir meine drei persönlichen Favoriten ausgewählt, nachgekocht, ein paar hungrige Nachbarn von der Straße herein gewunken und mit Punktekärtchen ausgestattet. Und heute darf ich endlich das Gewinnerrezept von meiner Leserin Elke Michl aus Aalen vorstellen:

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Frucht zu Schokolade, aber dieses Schokoladen-Mousse war unfassbar lecker, wunderbar ausgewogen in seiner Fruchtigkeit, Süße, Säure und Schokolade. Sehr schön. Im Kompott hat der Apfel den Unterschied gemacht. Passt sehr gut zur Zwetschge und wenn man ihn nicht verkocht, gibt´s sogar noch was leicht knackiges in diesem tollen Dessert.

Zwetschgen-Schokoladenmousse auf einem Zwetschgen-Apfelbett

Zwetschgen-Schokoladenmousse auf einem Zwetschgen-Apfelbett

Für das Zwetschgen-Apfel-Kompott

  • 300 g Zwetschgen
  • 1 Apfel
  • 80 g Zucker
  • 100 ml Portwein
  • etwas Ingwer
  • 1 Nelke
  • 1/2 Zimtstange
  • 1/2 Vanilleschote
  1. Zwetschgen waschen und in Streifen schneien.
  2. Apfel schälen und Kernhaus entfernen und in Scheibem schneiden.
  3. Zucker karmamllisieren lassen mit Portwein ablöschen.
  4. Zimtstange, Nelke, Vanilleschote Zwetschgen und Apfel dazugeben. Kur aufkochen lassen, vom Herd nehmen und ziehen lassen.

Für das Zwetschgen-Schokoladenmousse

  • 500 g Zwetschgen
  • 3 Blatt Gelatine
  • 100 ml Orangensaft
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 100 ml roter Portwein
  • 100 g Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 150 ml Sahne
  • 150 ml Creme Fraiche
  • 100 g Zartbitterschokolade
  1. Die Zwetschgen halbieren und entsteinen. Die Gelatine in reichlich kaltem Wasser einweichen.
  2. Orangen- und Zitronensaft, Portwein, Zucker und Zimtstange aufkochen. Die Zwetschgen hineingeben und garen, bis sie gut weich sind. Dann herausheben und fein pürieren.
  3. Die eingeweichte Gelatine leicht ausdrücken und im noch warmen Zwetschgenpüree unter Rühren auflösen. Schokolade im Wasserbad langsam schmelzen und zu den pürierten Zwetschgen geben. Kühl stellen bis das Püree dem Rand entlang zu gelieren beginnt. Sahn steif schlagen. Die Creme fraiche glattrühren und mit der Sahme mischen. Unter das Zwetschgenpüree ziehen. Die Mousse mindestens 3 Stunden kalt stellen.
  4. Das Kompott auf Teller anrichten .Aus dem Mousse nun Nocken stechen du auf da Kompott setzen.

15 ganz zauberhafte Desserts mit Zwetschgen und Pflaumen

Vor drei Wochen habe ich meine lieben Leserinnen aufgerufen, mich mit Nachtisch-Ideen voller Zwetschgen und Pflaumen zu überschütten. Auch Uwe und Martin haben mitgemacht ;-) Die Vorgaben waren sportlich – zwei Wochen Zeit gab´s und nach Möglichkeit sollte sich das Dessert nahtlos in meine Vorspeise (Zwetschgen-Grillspieße) und dem Hauptgang (Gefüllte Entenbrust) einreihen. Aber so hoch wie die Anforderungen, war auch der Gewinn – ein Besuch in der Kochschule von Andi und Franzi Schweiger mit Anreise und Übernachtung für zwei Personen in München. Dazu hatte ich mir die unerfüllbare Aufgabe vorgenommen, die drei mir liebsten Desserts auszusuchen und nachzukochen um dann einem fachkundigen Publikum die Auswahl eines Siegers mittels Punkte-Tafeln zu überlassen. Fast hätte ich mich um diese Aufgabe gedrückt, da mir nichts schwerer fiel, als 12 Herzen zu brechen, aber ich dachte mir, Alex, man up, da musst du durch und das Ergebnis steht am Ende des Artikels. Aber erstmal die 15 ausnahmslos tollen Einreichungen:

Zwetschgen-Schokoladenmousse auf einem Zwetschgen-Apfelbett Meine Leserin Elke Michl hat mir ihr Rezept für ein Zwetschgen-Schokoladenmousse auf einem Zwetschgen-Apfelbett zu kommen lassen. Über Rezepte von Lesern ohne eigenen Blog freue ich mich immer besonders und habe von Frau Hansen bereits einen Nachkoch-Befehl erhalten.
Flan von der Tonkabohne mit Zwetschgenragout und frittiertem Salbei von Tricky Tine Die zauberhafte Tricky Tine macht ihren ersten Flan und packt den Teller voller Sachen, die ich liebe. Ganze vorne dabei: Tonkabohne und frittierter Salbei!
Zwetschgen-Nuss Mini Törtchen von Martin Schönleben Martin denkt, nach meinem Menü wäre nur noch Platz für ein kleines Törtchen. Ich denke da täuscht er sich. Aber wenn wirklich nur noch wenig Platz wäre, dann wäre sein Törtchen sicher erste Wahl!
Zwetschgensorbet mit Rosmarin-Shortbread von Juliane von Schöner Tag noch Auch Juliane bringt Kräuter ins Spiel – weil sie weiß, dass ich auf sowas stehe? …und weiß sie auch, wie gerne ich frische Sorbets mag. Im Sommer! Aber welcher Sommer überhaupt…?
Süße Ziegenkäse-Joghurt-Törtchen mit Gewürz-Pflaumen-Sauce und karamellisierten Pflaumen von Bella vom Kochloloquium Bella setzt wie Martin und Tine auf Tonkabohne – ein sehr beliebtes Aroma in meiner Küche. Dazu gibt es bei ihr Ziegenkäsetörtchen und einen knusprigen Boden. Dazu gibt es noch eine leckere Pflaumensauce. Abgeguckt hat sie zwar, aber das ist durchaus erlaubt ;-)
ZWETSCHGENKNÖDEL MIT HAFER-ZIMT-STREUSELN, PFLAUMEN-SORBET UND JOHANNISBEERGELEE Den Uwe muss der Hafer gestochen haben, als er sich an die Kreation dieses kleinen Kunstwerks gemacht hat. Sein Artikel enthält außerdem noch wertvolle Hinweise zum Anrichten und wie man braune Butter herstellt und dass die sowieso das Größte ist auf der Geschmackswelt. Wie recht er hat! Dazu gibt´s Rezepte für Pflaumen-Sorbet, Zwetschgenknödel, Hafer-Zimt-Streusel und Johannisbeergelee
Topfenmousse mit Zwetschgen in Orangen-Karamell Topfenmousse mit Zwetschgen in Orangen-Karamell gibt´s bei Astrid (die mit dem Q) – darin stecken gleich sechs Glücklichmacher: Topfen, Vanille, Orange, Karamell, Nuss und Zwetschgen. Sie wünscht sich nur den Trostpreis und ich schaue gerne mal, was ich da machen kann!
Grieß-Vanille-Eis mit Zimt und Pflaumenkompott Kerstin bewirbt sich mit einem Grieß-Vanille-Eis (!) mit Zimt und Pflaumenkompott – Dass die Frau am Grill ne gute Figur macht, habe ich diese Woche am eigenen Leib erfahren dürfen und ein Grieß-Eis reizt mich ja sehr!
Südafrikanische Melktert mit Portwein Zwetschgen Die württembergische Weltenbummlerin Tina präsentiert eine Milchtarte (!) und reicht dazu Portwein-Zwetschgen. Für den Fall, dass sie es damit nicht ins Finale schafft: Die Milchtarte wird auf jeden Fall getestet – und das hoffentlich nicht nur von mir!
Ingwer-Mascarpone meets Pflaume-Kardamon Katha macht nicht einfach nur nen Pflaumenkuchen – sie mixt eine raffinierte Ingwer Mascarpone und reicht dazu Kardamom-Pflaumen aus dem Ofen.
ZWETSCHGEN (WASSER) STREUSEL KUCHEN Die liebe Frau Feinschmeckerle beglückt mich mit Zwetschgenstreuseln, natürlich nicht einfach so, sondern beträufelt die Zwetschgen noch mit ein bisschen Zwetschgenwasser – vielleicht kommt sie ja auch bald mal wieder zum Grillen vorbei und schenkt mir ein Wässerchen zur Verdauung ein!
Zwetschgen-Rosen In der Schwestern-Küche wird’s floral mit Zwetschgenkuchen der kunstvoll in Rosenform gebracht wurde.
Rotweinpflaumen-Parfait Frau Lisbeths mag´s beschwipst und räumt in ihrem unterhaltsamen Artikel mit den Vorurteilen über die angeblich kühlen Nordlichter auf. Recht so! Dazu gibt´s beschwipste Pflaumen, mit einem bisschen mehr Rotwein in einem Parfait versteckt!
Rotweinpflaumen-Parfait Und dann erreichte mich noch ein Rezept einer lieben Leserin, Frau Pabsch aus Melle, die Würzpflaumen aus dem Ofen für mich kreierte. Dabei werden die Pflaumen in Päckchen im Ofen gebacken und erst am Tisch geöffnet um die Gäste mit möglichst viel Duft von Ingwer und Sternanis zu bezirzen. Dazu empfiehlt sie Pistazieneis.

Spätestens jetzt sollte es jedem klar sein, wie schwer es mir fällt hieraus eine Auswahl zu treffen, deshalb mach ich es kurz und werde am Wochenende Zwetschgen-Schokoladenmousse auf einem Zwetschgen-Apfelbett nachkochen, einfach weil mich die Kombination Zwetschge und Schokolade sehr neugierig gemacht hat. Dann werde ich mich an Tricktines Flan probieren, denn erstens muss ich das auch endlich lernen und bitte: frittierter Salbei ;-) Tja, und dann wird´s richtig hart. Uwe verzichtet freiwillig und Astrid nimmt ja lieber den Trostpreis. Deshalb, und weil ich noch nie Grießeis gegessen habe gibt´s obendrein noch Kerstins Dessert.

Ich freue mich sehr, dass ich euch diesen Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der BVEO präsentieren durfte und bedanke mich mit Hofknicks bei allen kreativen Teilnehmern. Noch mehr Informationen, hilfreiche Tipps und viele weitere Rezepte rund um Obst und Gemüse aus Deutschland findet Ihr auf der Website von “Deutschland – Mein Garten.” (Link) oder auf facebook (Link) oder Pinterest (Link)

Wir sehn uns Sonntag Montag Abend!

Mirabellen und Ingwer (Burger & Cocktail)

Liebe Damen,

möglicherweise teile ich heute ein großes Geheimnis mit Ihnen – nicht nur Sie haben oft nichts zum Anziehen. Auch wir Männer (insbesondere die mit einem Leibesumfang, den verschiedene Modeproduzenten bereits als zu üppig für ihre Kollektion befinden) stehen oft ratlos vor dem zugegebenermaßen überschaubareren Angebot der heimischen Garderobe. Wir neigen dann zu Impulskäufen, die bei eingezogener Wampe vor´m Hohlspiegel die Problemzonen nicht zur Geltung bringen und feiern dies mit Burger auf dem Heimweg und einem feinen Cocktail vor’m zu Bett gehen. Das böse Erwachen folgt dann bereits am nächsten Morgen, wenn der Hosen- oder Hemdknopf wegen aufgeschwämmtem Körper nicht mehr schließen will und neues Oberkleid ungetragen zu einer Reihe anderer Kleidungsstücke wandert, was nichts macht, da Mann sowieso in den nächsten Wochen mehrere Kilos verlieren wird, was in Wirklichkeit natürlich nicht passieren wird.

Dann aber, und ich schwöre es fühlt sich an wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag, entdeckt der Freund vom Schwager eines Arbeitskollegen ein neues Outlet mit gut geschnittenen, modischen Oberhemden bis Größe 48 und man fährt hin, kauft sich in einen Rausch und ist für viele Monate versöhnt mit dem Kleiderschrank, so denn Mutti alles zeitnah gebügelt kriegt. (Und glauben Sie mir, die bügelt auch, wenn bügelfrei darauf steht!)

Burger mit Mirabellenkompott

Die beiden Gerichte aus diesem Beitrag sind ebensolche Volltreffer, geschmacklich, und wie ich finde auch optisch. Ähnliche Ebbe wie im Kleiderschrank herrschte die letzten Wochen in der Hausbar. Ein Besuch bei Lars in der Destillerie Kohler, die er zusammen mit seinem Großvater Eberhard Kohler betreibt, endete in einem äußerst kurzweiligen Nachmittag inkl. Brennereiführung und ausführlicher Verkostung. Eine meiner liebsten Spirituosen der beiden Herren ist der Ingwer, der sich vielseitig in Mixgetränken und besonders beim Kochen verwenden lässt. Am Samstagmorgen bin ich bei meinen Markt-Omis noch zu ganz tollen Mirabellen gekommen, aus denen ich dann am Sonntag ein süßes Kompott gekocht habe. Ein genaues Rezept kann ich dazu nicht aufschreiben, aber es waren ungefähr 1.5 Kilo Mirabellen, die Frau Hansen und ich in mühevoller Kleinarbeiten entkernten und würfelten (ich wollte es gleichmäßig stückig). In einem großen Topf habe ich den Boden mit Zucker bedeckt, diesen karamelisieren lassen und mit Weißwein abgelöscht. Die Mirabellen darin zusammen mit einer Zimtstange, Sternanis und Ingwer weich gekocht und am Ende noch mit Zitronensaft und 2EL des Ingwerschnaps abgeschmeckt. Das ist so lecker, dass ich kurz überlegte mein Leben ab sofort der Herstellung und dem Verzehr dieses Kompott zu widmen, aber die Mirabellensaison ist kurz…

Das Kompott, so süß es ist, macht sich dank seiner subtilen Schärfe auch sehr gut auf einem Burger – hier zusammen mit Ruccola, Speck, Bergkäse und etwas Gurke, die ich vor ein paar Wochen ganz klassisch eingelegt hatte.

So ein guter Burger braucht auch eine angemessene Begleitung, und da die Kombination von Ingwer und Mirabelle schon im Kompott so gut funktioniert hat, dachte ich mir, es müsse auch in einem Cocktail klappen und ich kann sagen – ich habe mich nicht enttäuscht.

Cocktail mit Bourbon, Ingwer und Mirabelle

4 Mirabellen entkernen und in einer Tasse zu Muß stampfen. Das Muß durch ein Sieb in ein Cocktailglas passieren. 4cl Bourbon und 2cl Ingwerschnaps dazugeben, mit Crushed Eis auffüllen, umrühren und einem Zweig Zitronenmelisse garnieren.

Bis zum 31.08. läuft noch mein Rezeptwettbewerb, bei dem es einen Kochkurs bei Andi und Franzi Schweiger inkl. Anfahrt und Übernachtung im Wert von 1000€ zu gewinnen gibt!