Mein Ostermenü

Menü macht Müh. So oder ähnlich habe ich schon viele Entwürfe begonnen und am Ende doch wieder verworfen. Gerne hätte ich erzählt, wie ich nach vielen Stunden Küchenkampf kugelrund gegessene Gäste in die dunkle Nacht entlassen habe, irgendwas war aber immer. Meistens die Bilder – nach der Vorspeise vergessen zu fotografieren, oder nach der Hauptspeise keine Kraft mehr einen Fototeller anzurichten… Dieses Mal war alles anders. Herr Weyhmüller vom Gäubote hat mit der Aussicht auf eine Seite in der Samstags-Ausgabe meinen Sportsgeist geweckt und zugelassen, dass ich meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte.

Liebe Freunde haben ertragen, wie ich mit einem Fuß auf der Haushaltsleiter balancierend unter der Hitze von 800 Watt Bild für Bild schoss und sich sogar um den Fototeller gerissen. Die Lust auf kaltes Essen ist kein reines Foodblogger-Problem mehr.

Zur Begrüßung gab es einen Winzersekt und Kartoffel-Käse-Kekse. Zur weiteren Vorbereitung der Geschmacksnerven auf den langen Abend habe ich mich ganz frech dem Gruß aus der Küche bedient, der uns in der Woche zuvor in der Linde gereicht wurde: Ein Ziegenkäse-Espuma auf Gurkenwürfeln, garniert mit einem winzigen Kirschtomatehälfteviertel. Aus einem Endstück Rinderfilet habe ich noch vier Tatar-Pralinen gehackt, gefüllt mit einer Kaper, garniert mit Meerrettich-Frischkäse und Parmesansegel.

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Zur Oster-Vorspeise empfiehlt der Chef dieses Jahr Spargel. Hier rücken wir mal von den Klassikern ab und servieren eine Cremesuppe in Grün, getoppt mit Waldmeister-aromatisierter Milchschaumhaube und Röstbrot. Zum Rezept.

Grüne Spargelcremesuppe mit aromatisierter Milchhaube und Röstbrot

Dass man aus einer Räucherforelle eine köstliche Mousse machen kann, zeige ich in der zweiten Vorspeise. Präsentiert auf Rösti, flankiert von Feldsalat mit Preiselbeer-Meerrettich-Dressing. Zum Rezept.

Räucherforellenmousse auf Rösti und junger Pflücksalat mit Preiselbeer-Meerrettich-Vinaigrette

Bei der Hauptspeise habe ich mich schwer getan. Aber letztendlich gibt´s den Klassiker des Hauses auch auf Blog und in der Zeitung: Schweinebauch in Whiskey-Karamell, salziger Dinkelschmarrn mit Schwartenbröselkruste und saure Linsen. Zum Rezept.

Schweinebauch in Whisky-Karamell, salziger Schmarrn und saure Linsen

Die Nachspeise fiel mir in der Auswahl definitiv am leichtesten: Ein Parfait von Weißer Schokolade mit Mandeln und Pistazien – in Anlehnung an weißen Nougat. Dazu Rhabarberkompott und Streusel. Zum Rezept.

Parfait von weißer Schokolade mit Mandeln und Pistazien, Rhabarber-Ragout und Streusel

Und zur allgemeinen Belustigung noch ein Outtake ;-)

Outtakes

Zitronen-Weißbier-Risotto mit frittiertem Salbei

Hach, ich liebe unsere Kräuterschnecke und die Geschmacksexplosionen, die jedes Frühjahr, bei jedem Gericht den Winter aus den Geschmacksnerven jagen. Die Minze hat den Topf, in dem sie wohnt schon gesprengt, genau wie die Zitronenmelisse. Da muss ich wohl noch mal mit dem Spaten ran. Waldmeister (yeah!) und Salbei sprießen ebenso fröhlich und hatte beide bereits ihren ersten Aufritt – die Spargelsuppe mit aromatisierter Milchschaumhaube erscheint bald als Vorspeise im Oster-Menü, den jungen Salbei frittieren wir heute zum Risotto.

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Der Salbei bringt den Kräuter-Kick ins Zitronen-Risotto, in dem ich gerne etwas Bananen-Aroma wollte. Das Gedächtnis ließ mich nicht im Stich und wies mich auf ein Weizenbier aus dem Hause Schimpf hin, das ich letzten Herbst testen durfte. Dieses Weizenbier steht auf der Bananigkeitsskala direkt hinter echten Bananen und ist ein kleines Wunder, ist doch überhaupt keine Banane drin.

Zitronen-Weißbier-Risotto mit frittiertem Salbei

Von Alex Veröffentlicht: April 10, 2014

  • Vorschau: 4 Portionen
  • Koch-/ Backzeit: 30 Min.

Der Frühling lässt grüßen!

Zutaten

Zubereitung

  1. Die Zitrone waschen und mit einem Sparschäler schälen. Weiße Rest mit einem scharfen Messer entfernen und Zesten in dünne Streifen schneiden.
  2. Die Schlotten fein hacken. Butter in eine heiße Pfanne geben und Schalotten darin goldgelb anbraten. Reis zwei Minuten mit rösten und mit einem guten Schluck Weißbier ablöschen. Zesten zum Reis geben.
  3. Unter ständigem Rühren nach und nach mehr Weißbier angießen und den Reis bissfest garen. Währenddessen die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und die Salbeiblätter darin frittieren. Salbeiblätter auf Küchentuch abtropfen lassen.
  4. Parmesan ins Risotto reiben und Risotto mit Pfeffer uns Salz abschmecken. Etwas von der geschmolzenen Butter über das fertige Risotto geben und mit den frittierten Salbeiblättern garnieren.

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    Das Risotto verzichtet gänzlich auf Wein und Brühe und wird dabei überhaupt nicht langweilig. Schön auch, dass wir hier neben frittiertem Salbei gleichzeitig eine mit Salbei aromatisierte Salzbutter haben. Dazu Parmesan und weißer Pfeffer.

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    Und wie ich so vom Kräuter-Shooting in die Küche kam, die Schalotte fein hackte, Butter in der Pfanne vor sich hin schäumte und ich den Risotto-Reis aus dem Schrank fischen wollte: Kein Risotto-Reis mehr im Haus. Nicht mal mehr Arborio. Ist mir noch nie passiert. Sushi-Reis erschien mir am ehesten geeignet, den Abend zu retten und siehe da: Schlotzt auch, hat noch mehr Biss. Zur Not…

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    Brioche Burger Buns war gestern – die Zeit ist reif für Kartoffel Vollkorn Buns

    Vollkorn – ich hör die Massen rufen: Gesund oder was? Die Schlagzeile: Chef Hansen macht jetzt auf Öko! Aber keine Sorge, hier geht´s natürlich nur um den guten Geschmack! Trotzdem hat ein Umdenken in Sachen Mehl bei mir stattgefunden, nachdem ich Cooked von Michael Pollan gelesen habe. Dort erzählt er ganz ausführlich von seinen Studien zum Thema Gutes Brot und verrät auch ein Rezept für Vollkornbrot, dessen Clou für mich ganz eindeutig im Heraussieben der Weizenkleie besteht. Die ist nämlich schuld daran, dass Vollkornbrot üblicherweise eher flach und wenig luftig ist, da sie durch ihre scharfen Kannten die Luftbläschen, die sich bei der Gährung bilden gleich wieder zum Platzen bringt. Die Kleie wird nicht entsorgt, sondern der Laib vor dem Backen darin gewendet. Das funktioniert auch großartig für diese Burger Buns, bei denen ich den Sesam für´s Topping durch Kleie ersetze. Und da ich nach wie vor ein großer Fan meiner Kartoffel-Toasties bin, dürfen heute auch noch Kartoffeln mit in die Buns. Das Ergebnis ist ein trotzdem fluffiges Burger Bun, kernig im Geschmack und gut für´s Gewissen.

    Kartoffel Vollkorn Buns

    Kartoffel Vollkorn Burger Buns

    Von Alex Veröffentlicht: April 7, 2014

      Brioche Burger Buns bekommen einen gesunden Bruder: Die Kartoffel Vollkorn Buns. Eine kernigere Variante für noch leckerere Burger. Für ein gutes Gewissen!

      Zutaten

      Zubereitung

      1. Die Kartoffeln in der Schale kochen, über Nacht offen im Kühlschrank lagern, pellen und mit der Milch pürieren.
      2. Kartoffel-Püree mit Hefe, zwei Eiern, Mehl, Salz und Butter in der Küchenmaschine (oder von Hand) zu einem feuchten Teig kneten, der grade so nicht mehr klebt. Evtl. noch etwas Mehl einarbeiten.
      3. Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich im Umfang verdoppelt hat.
      4. 8 gleich große Kugeln formen und auf ein Backblech setzen. Weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
      5. Das restliche Ei verschlagen und die Buns damit einpinseln. Die Weizenkleie auf den Buns verteilen und 12-15 Minuten backen, bis die Buns eine Goldgelbe Farbe angenommen haben.

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        Damit sind die Brioche Burger Buns nur noch die zweitbesten Buns ;-)

        Coq au vin blanc rhubarbe

        Der Google-Übersetzter macht´s möglich: Je parle français! Nicht, dass ich verstehen würde, was ich da sage…

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        Drei Hähnchen hatte ich geordert und drei Stolze Flattermänner von je Zweineinhalbkilo hab ich bekommen. Zwei für den Smoker und eins für Freunde, die zum Kochen vorbeikamen. Nun scheint die Nachfrage nach Smokern so groß zu sein, dass selbst ein Chef Hansen auf Wartelisten vertröstet werden muss (ein Skandal!!1!) und damit musste die Kreativ-Abteilung entscheiden, was mit dem Hahn passieren soll, der keinen Platz mehr in der Truhe fand. Hauptsache lecker, aber so einfach ist das heutzutage nicht mehr, denn alle Sinne wollen angesprochen sein. Was den Geschmackssinn betrifft untergliedern wir hier in:

        • Süß: Check. Honig – und dazu ein halbtrockener Riesling aus der Literflasche. Born to cook. Restsüße 16g/Liter (aka 6 Würfelzucker). Hauptbestandteil der Marinade, in der die Hähnchenteile 24 Stunden ruhten und dann 2 Stunden schmorten.
        • Sauer: Check. Rhabarber. Der Duft, wenn man Rhabarber auf dem Schneidebrett zerteilt und die langen Fäden von ihm zieht… Aber auch der Riesling spielt wieder eine wichtige Rolle in dieser gerne unterrepräsentierten Rubrik.
        • Bitter: Check. Hiervon bringt grade junger Rhabarber einiges mit. Steuern kann man das ein wenig beim Schälen, da der Großteil der Oxalsäure, die für das Bittere verantwortlich ist, in der Schale steckt.
        • Salzig: Check. Nun ja, Salz.
        • Umami: Maggi scheidet grundsätzlich aus, Parmesan eher auch. Sojasauce geht immer und gibt damit dann auch die Richtung Asien vor. Umami steckt auch in knuspriger Hähnchenhaut, also bleibt die dran, am zerteilten Huhn. Check.
        • Reizend: Check. Hier geht es nicht um rosa Schleifchen, sondern vielmehr um Schmerz. Wohldosiert in Form von Chilischoten und Ingwer.

        Oft hört man ja die Leute rufen: Ey, dass ist aber nix Neues, alles schonmal gesehen und da antworte ich gerne: Ja, ich auch, aber wen kümmert’s? Deshalb bedienen wir uns hier großzügig an einem schönen Rezept von Jamie Oliver, das auch schon von mir vorgestellt wurde. Statt Schweinebauch schmoren wir dieses mal ein Hähnchen und aus Wasser machen wir Wein (macht das mal nach!).

        Hähnchen in Weißwein und Rhabarber

        Von Alex Veröffentlicht: April 1, 2014

        • Vorschau: 6-8 Portionen
        • Vorbereitung: 45 Min.
        • Koch-/ Backzeit: 2 Std. 0 Min.
        • Fertig in: 26 Std. 45 Min.

        Coq au vin auf Frühling getrimmt.

        Zutaten

        Zubereitung

        1. Das Hähnchen in 8 Teile zerlegen. Dazu die Schenkel am Oberschenkelgelenk abtrennen und in der "Kniekehle" trennen. Flügel abtrennen, Brüste von der Karkasse schneiden und halbieren. Die Haut dabei möglichst am Fleisch belassen. Die Karkasse kann eingefroren und später für einen Fond verwendet werden. Mitschmoren ist aber auch möglich und erlaubt.
        2. 250ml Wein und die restlichen Zutaten in einem Mixer vermischen und zerkleinern und zusammen mit den Hähnchenteilen in einen Bräter geben. Kalt stellen und über Nacht marinieren. Evtl. mit zusätzlichem Wein auffüllen, so dass die Hähnchenteile bedeckt sind.
        3. Ofen auf 140 Grad vorheizen und das Hähnchen darin 2 Stunden schmoren. Die Hähnchenteile entfernen und die Sauce noch etwas einkochen, damit sie nicht zu dünnflüssig ist. Bei Bedarf mit etwas Sojasauce abschmecken.
        4. Wenn die Karkasse mit geschmort wurde, diese entfernen und das Fleisch mit den Fingern abnehmen und in die Sauce geben.
        5. Die Hähnchenteile mit der Hautseite nach oben unter dem Backofengrill aufknuspern.
        6. Mit Reis, Sprossen und Zwiebellauch servieren.

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        Monkey 47 – Distiller’s Cut

        Der Schwarzwald – unendliche Weißen, lange Winter. Bäume wo hin man blickt. Schattige Täler, kein Empfang. Keine Ahnung, was Montgomery Collins und mich dahin verschlagen hat. Ich hab mein Diplom gemacht und Montgomery Gin. So kann man zusammenfassend sagen, dass es für uns beide ein gutes Ende genommen hat (ohne jetzt genauere Details über Montgomery’s Ende zu kennen).

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        Nun wurde das Rezept des Wahlschwarzwälders M. vor einigen Jahren wieder zum Leben erweckt und ganz alleine die Geschichte vom jungen Soldaten hat mich zum Probieren des Monkey 47 bewogen. Beim Schnüffeln an der Flasche wurde mir urplötzlich klar, wie sich der gute Mann gefreut haben muss über seinen Gin und ein erster Schluck hat auch in mir das wohlige Gefühl von Heimat hervorgebracht. Eine ziemliche Aromenbombe, aber wir alle kennen Tage da bringt es weder die mineralisch eingefasste Säure eines Riesling, noch Tanine. Da muss Wacholder her, und Fichtensprossen.

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        Kurz vor Weihnachten ist dann auch der kleine Bruder vom Monkey bei mir eingezogen – der Distillers Cut, für den sich die Helden aus der Brennerei bis in den Südschwarzwald durchschlagen mussten, um in mühsamer Handarbeit 250 KG Maiwipfel (frische Fichtensprossen) einzusammeln, die dem Distillers Cut seine ganz eigene Note geben. Kein Gin für jede Nacht, aber definitv eine Sünde wert! Für mich am allerliebsten pur. Für den Tonic sind andere da.

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        Ende April darf ich in exklusivem Kreis die Stählemühle besichtigen und freu mich schon wie ein kleines Äffchen ;-) Ein Fläschchen und die Bilder wurden mir von den Black Forrest Distillers zur Steigerung der Vorfreude freundlicher Weise zur Verfügung gestellt!