Tags Archiv für 'Weißwein'

Coq au vin blanc rhubarbe

Der Google-Übersetzter macht´s möglich: Je parle français! Nicht, dass ich verstehen würde, was ich da sage…

IMG_4666

Drei Hähnchen hatte ich geordert und drei Stolze Flattermänner von je Zweineinhalbkilo hab ich bekommen. Zwei für den Smoker und eins für Freunde, die zum Kochen vorbeikamen. Nun scheint die Nachfrage nach Smokern so groß zu sein, dass selbst ein Chef Hansen auf Wartelisten vertröstet werden muss (ein Skandal!!1!) und damit musste die Kreativ-Abteilung entscheiden, was mit dem Hahn passieren soll, der keinen Platz mehr in der Truhe fand. Hauptsache lecker, aber so einfach ist das heutzutage nicht mehr, denn alle Sinne wollen angesprochen sein. Was den Geschmackssinn betrifft untergliedern wir hier in:

  • Süß: Check. Honig – und dazu ein halbtrockener Riesling aus der Literflasche. Born to cook. Restsüße 16g/Liter (aka 6 Würfelzucker). Hauptbestandteil der Marinade, in der die Hähnchenteile 24 Stunden ruhten und dann 2 Stunden schmorten.
  • Sauer: Check. Rhabarber. Der Duft, wenn man Rhabarber auf dem Schneidebrett zerteilt und die langen Fäden von ihm zieht… Aber auch der Riesling spielt wieder eine wichtige Rolle in dieser gerne unterrepräsentierten Rubrik.
  • Bitter: Check. Hiervon bringt grade junger Rhabarber einiges mit. Steuern kann man das ein wenig beim Schälen, da der Großteil der Oxalsäure, die für das Bittere verantwortlich ist, in der Schale steckt.
  • Salzig: Check. Nun ja, Salz.
  • Umami: Maggi scheidet grundsätzlich aus, Parmesan eher auch. Sojasauce geht immer und gibt damit dann auch die Richtung Asien vor. Umami steckt auch in knuspriger Hähnchenhaut, also bleibt die dran, am zerteilten Huhn. Check.
  • Reizend: Check. Hier geht es nicht um rosa Schleifchen, sondern vielmehr um Schmerz. Wohldosiert in Form von Chilischoten und Ingwer.

Oft hört man ja die Leute rufen: Ey, dass ist aber nix Neues, alles schonmal gesehen und da antworte ich gerne: Ja, ich auch, aber wen kümmert’s? Deshalb bedienen wir uns hier großzügig an einem schönen Rezept von Jamie Oliver, das auch schon von mir vorgestellt wurde. Statt Schweinebauch schmoren wir dieses mal ein Hähnchen und aus Wasser machen wir Wein (macht das mal nach!).

Share

Kardamomkuchen mit ganzen Birnen

Richtig gelesen! Ich hab mal wieder einen Kuchen gebacken – ein Blick auf das Bild im Kochbuch Winter. Home Made hat gereicht und es war um mich geschehen. Kardamom mag ich schon seit jeher gerne in meinen Zimtschnecken, aber als ich dann im Rezept noch die Zauberwörter Sirup kochen, eine Flasche Wein und Weiße Schokolade gelesen habe, wäre der Backofen fast schon von alleine angesprungen. So lecker hat es im Haus noch nie geduftet, verkochender Wein, Kuchenduft aus dem Ofen und über allem schwebt der Kardamom. Himmlich.

Drei Vier Birnen (Conference) werden geschält, der Stil bleibt dran. Zunächst mal brauchen wir einen Sud, dafür: 1 Flasche Weißwein, ich hatte einen halbtrockenenen Riesling, 500ml Wasser, 250g Rohrohrzucker, 4 Gewürznelken, 3 Sternanis, 8 Kardamomkapseln und 2 Zimtstangen in einen Topf geben und kurz aufkochen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Birnen dann für 30 Minuten darin pochieren. Birnen rausnehmen, abkühlen lassen und den Sirup auf die Hälfte einkochen. Der Sirup für sich ist schon den Kuchen wert – mit dem richtigen Wein bekommt er eine perfekte Säure, prickelt angenehm am Gaumen, anstatt einfach nur zu kleben.

Den Ofen auf 170 Grad vorheizen. 200g Butter und 200g Zucker schaumig schlagen, nach und nach 4 Eier unterschlagen. 200g Mehl, 2 TL Backpulver und 1 EL Kardamompulver mit einer Prise Salz mischen und ebenfalls unterrühren. Eine Backform mit 1,5L Inhalt fetten, mit Backpapier auskleiden und den Teig einfüllen. Drei Birnen in den Teig drücken und für 50 Minuten backen. Mit der übrigen Birne die Wartezeit verkürzen. Ich denke der Kuchen verträgt auch eine ganze Stunden, braucht aber auf jeden Fall länger als die im Original angegebenen 40 Minuten.

Den Kuchen auf einem Gitter auskühlen lassen, 100g Weiße Schokolade schmelzen und den Kuchen damit verzieren. Aufschneiden und vor´m Verzehr mit Sirup tränken.

Share

Käsefondue

Eine der wenigen schönen Seiten am Winter ist das Essen. Natürlich könnte man argumentieren, dass sich das über jede Jahreszeit sagen lässt – das Besondere am Winter ist jedoch, dass der Zweck des Essens zu dieser Jahreszeit daraus besteht, Fett anzusetzen um über die noch lange andauernde Kältperiode hinweg zu kommen.

Ganz vorne auf der Liste der Gerichte-Zum-Fett-Ansetzen-Im-Winter steht das Käsefondue. Weißbrot wird in Unmengen Käse getunkt, der in Weißwein und Kirschwasser geschmolzen wurde. Man kann den Genuss auf die Spitze treiben, in dem man das Weißbrot vor dem Käse noch in das Kirschwasser tunkt, das natürlich immer bereitsteht.

Was mir nie so ganz klar war – geschmolzen wird der Käse in Weißwein (klar, in Rotwein sähe das Ergebnis sicher komisch aus), aber getrunken wird dazu wie selbstverständlich Rotwein. Mir schmeckt neuerdings zu Käse besonders gut was Trockenes aus der Heimat. Also nicht diese flachen, charakterlosen Gestalten sondern was mit Bums, ein Wein eben, der mit würzigem Käse mithalten kann – und der muss nicht unbedingt Rot sein. Wie kürzlich gelesen, bin ich damit in guter Gesellschaft – David Lebovitz trinkt zum Käse nämlich auch lieber nen Weißen ;-) Übrigens ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema Raclette, der wahrscheinlich den meisten Deutschen das Weltbild zu diesem Thema zurecht rücken wird.

Käsefondue wird bereits als Fertig-Fertig-Mischung angeboten. Das muss dann nur noch warm gemacht werden. Dazu schmecken wahrscheinlich Aufbackbrötchen am Besten. Und Wein aus dem Tetra-Pack. Naja. Feinkostläden und Käse-Geschäfte haben oft eine Hausmischung – die Mischung von Migros in Freiburg gab es zum letzten Silvester und die war schon besonders gut. Bei uns gab es jetzt eine eigene, mehr oder weniger willkürlich zusammengesetzte Mischung aus (zu gleichen Teilen) Bergkäse, Schweizer Emmentaler und Appenzeller. Dazu Lauffener Riesling Spätlese Trocken (zum Essen und Trinken) und der gute Wildkirsch aus Leutesheim. Baguette aus der Gärtringer Holzofenbäckerei ist grade gut genug für diesen Hochgenuß ;-)

Der Einfachheit halber das Ganze nochmal als Rezept:

1/2 Fl. trockener Weißwein
200g Bergkäse
200g Schweizer Emmentaler
200g Appenzeller
1 Knoblauchzehe
1 EL Speisestärke
4 cl Kirschwasser
Muskatnuss
Pfeffer
  • Käse reiben.
  • Die Knoblauchzehe halbieren und damit den Topf ausreiben.
  • Weißwein angießen, Knoblauch hineingeben und nach und nach den Käse im Wein schmelzen.
  • Wenn der Käse vollständig geschmolzen ist mit Pfeffer und Muskat abschmecken
  • Speisestärke in Kirschwasser einrühren und damit den Käse binden. Wem´s dann noch zu flüssig ist wiederholt die Prozedur mit der Speisestärke.

Auf dem Bild sieht man nochmal alles was dazu gehört – Feldsalat, Weißwein, Kirschwasser, Baguette… Also liebe Leute – esst mehr Käse, trinkt mehr Weißwein!

Share