Weizenbock-Eis mit Haselnuss-Streusel und kandiertem Bacon

Grill-Saison und Eis-Saison liegen fast deckungsgleich im Kalender. Also nur nicht trödeln und ran an die Eismaschinen! Vanille, Erdbeer und Schoko mag ich zwar auch, aber wo wären wir mit Chef Hansen, wenn ich hier die Achtzigerjahre in  Konditoren-Eiscreme vorstellen würde. Nein, hier präsentiere ich Sorten wie Ziegenkäse, Marzipan, Basilikum oder heute: Bier. Besser gesagt Weizenbock, mit dem kleinere Brauereien aus der Region grade um die Gunst der Genießer werben oder zum Beispiel der Bockige Bazi, den ich im letzten Jahr vorgestellt habe. Karamell-, Frucht- und feine Gewürznoten laden förmlich dazu ein, dieses Bier mit etwas Süßem zu kombinieren. Dabei verliert es nie seinen Charakter und erinnert mit seiner subtilen Bitterkeit stets daran, dass der Hauptbestandteil hier eben doch Bier ist.

Weizenbock-Eis mit Haselnuss-Streusel und kandiertem Bacon

Ich liebe Crunchiges zum Eis und Streusel noch viel mehr, dazu eine ordentliche Portion gerösteter Haselnüsse. Die Bitternote des Bieres lässt sich sehr gut mit etwas Salzigem auffangen und da fällt mir nichts besseres ein als Speck. Halt, doch: Kandierter Speck! Das alles auf einen Scheibe gegrillter Birne servieren und schon ist der Nachtisch für’s Grill-Menü perfekt. Also lehnen sie sich zurück und starten mit mir in die Eis-Saison 2015:

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Weizenbock-Eis mit Haselnuss-Streusel und kandiertem Bacon
 
Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 6
Zutaten
Für das Eis
  • 500ml Weizenbock
  • 250ml Sahne
  • 250ml Milch
  • 110g Zucker
  • 5 Eier
Für die Streusel
  • 50g Zucker
  • 100g Mehl
  • 60g Geschmolzene Butter
  • 3 EL geröstete, gehackte Haselnüsse
Für den kandierten Bacon
  • 2 Scheiben Bacon (3-4mm Dicke, eher mager)
  • 3 EL Zucker
  • 1 EL Ahornsirup
Anweisungen
Für das Eis
  1. Das Bier in einen großen Topf geben und vorsichtig bei mäßiger Hitze auf die Hälfte reduzieren. Bei zu starkem erhitzen schäumt das Bier wie eine explodierte Dose Bauschaum. Gleiches bei zu kräftigem Rühren. Am besten man macht vorsichtig ein „Loch“ in den Schaum, der sich zwangsläufig auf dem köchelnden Bier bildet, so dass der Wasserdampf entweichen kann.
  2. Die Eier trennen. Wir benötigen nur die Eigelbe, das übrig gebliebene Eiweiß am besten ein einem Pitcher Whiskey Sour weiter verarbeiten.
  3. Eigelb mit der Sahne schaumig aufschlagen.
  4. Kalte Milch und Sahne zum heißen Bier geben. Die Hälfte davon unter ständigem Rühren zur Ei-Zucker-Masse geben. Dann alles zurück in den Topf unter bei mäßiger Hitze zur Rose aufschlagen. Falls das Eigelb ein wenig flockt, dann ist das bei diesem Rezept weniger tragisch. Einfach mit dem Pürierstab wieder verflüssigen.
  5. In eine Schüssel umfüllen und im Kühlschrank mindestens 4 Stunden vollständig durchkühlen lassen.
  6. Nach Anleitung der Eismaschine gefrieren.
Für die Streuse
  1. Alle Zutaten mischen, zu einem krümeligen Teig verrühren, auf ein Backblech geben und bei 160 Grad ca. 15 Minuten goldbraun backen.
Für den kandierten Speck:
  1. Backofen auf 220 Grad vorheizen
  2. Backblech mit Backpapier belegen, Baconscheiben darauf geben, mit Ahornsirup bepinseln, Zucker darauf streuen und im Ofen unter Aufsicht karamleisieren.
  3. Den karamelisierten Speck abkühlen lassen und in Streifen oder Würfel schneiden.

 

Pasta alla Carbonara mit Speck und Spargel

Was mir gut gefällt am grade Papa geworden sein: Man verbringt nicht den ganzen März damit auf den ersten Spargel zu warten. Tag ein Tag aus Schnalzlaute, pfeifen, gurren und Pupsgeräusche machen, Windel um Windel wechseln, und dann Samstag um Acht topfit (statt wie früher noch halb verpennt um Zehn) auf den Wochenmarkt stehen und schwups, plötzlich liegt er da, knallgrüne Stangen, hübsch aufgereiht. Das Preisschild ignorieren wir und lassen die Gedanken um ein Nudelgericht kreisen – motiviert genug? Dann geht’s hier ohne Umwege zum Rezept.

Pasta, Carbonara, Speck, Spargel

Speck, Sahne und Eier – eine perfekte Kombination auch zu gebratenem Spargel

Als Papa ist kein Tag wie der andere. Das kann anstrengend sein, rückt aber den Fokus auf die schönen Momente wieder zurecht und lässt mich diese wieder viel bewusster erleben. Ein gemütliches Frühstück am Sonntag? Ist möglich, nur Garantie gibt es keine. Filmabend mit der Liebsten – wir arbeiten daran… Da ist es schon beruhigend wenn man weiß, dass es im Leben Dinge gibt auf die man sich hundertprozentig verlassen kann. Zum Beispiel wenn man Eier mit Sahne und Käse aufschlägt und das Ganze vorsichtig erwärmt, dann dickt die Masse ein und hüllt jede Nudel in ein würziges, seelenwärmendes Mäntelchen. Man gibt noch etwas Speck dazu und schon steht sie da: Carbonara.

Pasta, Carbonara, Speck, Spargel

So gelingt die Carbonara

Ok zugegeben, ein bisschen romantischer klingt das schon, als es in Wirklichkeit ist. Auch so eine Sahne-Ei-Masse kann ganz schön rumzicken, vor allem wenn man sie unbedacht ins zu heiße Badewasser gibt. Dann stockt sie und das Ergebnis sind Nudeln mit besonders feinem Rührei. Daher wende ich in diesem Rezept ein paar Tricks an, mit denen man das Rührei zwar nicht völlig verhindern kann (schließlich möchte ich das auch niemanden vorenthalten, kann ja auch lecker sein) sich aber schon ungeschickter als der Durchschnitts-Papa anstellen muss, um die Sauce zu verhunzen. Pasta gibt beim Kochen reichlich Stärke ins Kochwasser ab. Dank der Stärke lassen sich Saucen binden, außerdem kann Stärke dafür sorgen, dass das stockende Eier nicht so schnell ausflockt. Deshalb gebe ich eine Kelle vom heißen Nudelwasser in die aufgeschlagene Sahne-Ei-Masse, was außerdem dafür sorgt, dass der Käse darin schonmal zu schmelzen beginnt – und da das Nudelwasser gut gesalzen ist, wird die Sauce gleich gewürzt. Würde man diese Sauce nun über die abgegossene Pasta geben, würde sie trotzdem sofort stocken, da die Pasta noch viel zu heiß ist. Deshalb drehen wir die Sache einfach um, schwenken kurz den (leeren) Topf mit kaltem Wasser aus, geben die Sauce rein und nach und nach die Nudeln. Fertig ist die Carbonara (Speck nicht vergessen).

Da wir heute besonders Lust auf pfiffige Rezepte haben, hobeln wir den Spargel (ohne Kopf) in feine Scheiben, die nachher auf dem Teller wie grüne Nudeln aussehen. Macht was her – und schmeckt lecker. Viel Spaß beim Nachkochen!


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Rezept für Pasta alla Carbonara mit Speck und gebratener grüner Spargel
 
Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 4
Zutaten
  • 250g Pasta, z.B. Tagliatelle oder Spaghetti
  • 250g Grüner Spargel
  • 1 kleine Zwiebel
  • 100g Speck
  • 150g Sahne
  • 50g fein geriebener Parmesan
  • 2 Eier
  • 3 EL Olivenöl
  • Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • Salz
Anweisungen
  1. Den Spargel vorbereiten. Dazu das holzige Ende drei Finger breit abschneiden, oder einfach abbrechen. Die Spargelköpfe ebenfalls abschneiden und die übrig gebliebenen Strunke mit einem Sparschäler in feine Scheiben hobeln.
  2. Nudelwasser in einem großen Topf aufsetzen, zum Kochen bringen und großzügig salzen. Die Nudeln nach Packungsanweisung darin kochen.
  3. Speck in kleine Stifte schneiden, Zwiebel fein hacken und in einer Pfanne im heißen Olivenöl knusprig anbraten. Nach 5 Minuten die Spargel-Köpfe dazugeben und weiter 5 Minuten mitbraten.
  4. -2 Minuten vor Ende der Kochzeit die dünnen Spargel-Scheiben zu den Nudeln geben und noch kurz mitkochen.
  5. In einer Schüssel Sahne, Parmesan und die Eier aufschlagen. Eine Kelle vom Nudelwasser unter rühren dazugeben. Der Käse (und evtl. aufgerahmte Sahne) sollten sich dabei schonmal auflösen.
  6. Die Nudeln abgießen, den Topf kurz mit kaltem Wasser ausschwenken und die Sahne-Ei-Masse in den Topf geben. Portionsweise die Nudeln dazugeben und umrühren. Wenn alle Nudeln zurück im Topf sind, sollte die Sahne-Eis-Masse deutlich eingedickt sein. Wenn nicht, den Topf nochmal vorsichtig erwärmen und rühren, bis die Masse eindickt.
  7. Speck und Spargelköpfe zu dem Nudeln geben und alles nochmal mit Pfeffer und Salz abschmecken.

 

Farfalle mit Erbsen, Chili, Speck und Minze

Der Sommer gibt nochmal Gas dieses Wochenende. Grund genug eines unserer liebsten Sommergerichte auf die Tageskarte zu setzen. Erbsen gibt´s noch auf dem gut sortierten Wochenmarkt, Chilis haben grade Hochsaison und Minze steht doch heutzutage auf jedem Fensterbrett.

Hart chillen ist dieses Wochenende nochmal angesagt, alles andere kann liegen bleiben für die dunklen, nebligen Herbsttage. Am besten gleich heute das Nötigste einkaufen, Samstag morgen (früh!) auf den Markt, vielleicht noch ne Limo machen, Eis, am frühen (die Sonne ist um sieben weg) Abend den Grill anfeuern und die letzten Kohlen verfeuern, eingefrorene Würste und Steaks aufbrauchen und im Weinkeller Platz für den Roten machen. So schön wird´s erst wieder nächsten Herbst. Deshalb gilt für den Sonntag ein ähnliches Programm. Länger schlafen, länger frühstücken, gerne mit gutem Sekt und dann leicht beschwipst in den Tag schunkeln. Und wehe ich erwische einen beim Rasenmähen!

Farfalle mit Erbsen, Chili, Minze und Speck

Die Farfalle kann man dann immernoch am Montag machen – ich schick nur heute schonmal das Rezept raus, damit ihr das auf den Einkaufszettel packen könnt. Für den Fall, dass das Bild noch nicht Motivation genug ist: Erbsen und Minze – müssen wir nicht drüber sprechen. Ei und Sahne gehen eine üppig cremige Liason mit den Farfalle ein, die in jedem Winkel Platz dafür haben. Würziger Speck und scharfe Chilis, dazu noch ein Glas Rose – wenn ich´s mir recht überlege vielleicht doch was für Sonntag Abend…

Minze

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Farfalle mit Erbsen, Chili, Speck und Minze
 
Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Frei interpretiert aus Chili. Die andere kulinarische Bibliothek mit über 80 Rezepten (Affiliate Link) - Für 4 Personen
Portionen: 4
Zutaten
  • 500g Farfalle
  • 150g Erbsen
  • 2 Eier (L)
  • 200ml Sahne
  • 1 Chili
  • Salz
  • 12 Scheiben Speck
  • 2 Zweige Minze
  • geriebener Parmesan
Anweisungen
  1. Die Farfalle in reichlich Wasser nach Packunsanweisung bissfest kochen. Gut 2 Minunten vor Ende der Garzeit die Erbsen ins Nudelnwasser geben und mitblanchieren.
  2. Die Chili entkernen und fein hacken. Mit Sahne und Ei verquirlen und Salzen.
  3. Speck in Streifen schneiden und in einer großen Pfanne knusprig braten.
  4. Die Erbsen-Farfalle abgießen und kurz unter kaltem Wasser abbrausen. Etwas, was ich unter anderen Umständen nie tun würde. Mischt man aber die noch sehr heißen Nudeln direkt mit der Sahne-Ei-Mischung, gerinnt diese sofort und das Gericht sieht aus wie Nudeln mit Rührei.
  5. Die Erbsen-Farfalle zum Speck geben und die Sahne-Ei-Masse unterrühren. Vorsichtig erhitzen und rühren, bis die Sauce merklich eingedickt, aber noch nicht geronnen ist.
  6. Minzeblätter in feine Streifen schneiden und über die Farfalle geben, mit geriebenem Parmesan bestreuen.

Flammkuchen mit Pfifferlingen

“Du Papa!? Warum sagt der Mann mit dem komischen Hut und dem Schnurrbart tarte flambée zu der Pizza?” – Fragen auf die einen auch beim Partnerabend niemand vorbereitet. Dabei gibt es sicher nach der Geburt noch genügend Situationen, in denen Mann unkontrolliert zu hecheln beginnt.

Dabei stelle ich es mir nicht zu kompliziert vor, dem Kind die Sache mit dem Flammkuchen zu erklären. Gut, ursprünglich hat man Flammkuchen gebacken, um die erste Hitze des angefeuerten Holzofens nutzen zu können. Das Brot wäre verbrannt, weshalb man einfach etwas vom Teig dünn ausrollte, Saurrahm darauf verteilte, Speck und Zwiebeln drüber und ab in die Glut. Da früher immer alle irgendwie beschäftigt waren, muss das ein willkommener Gruß aus dem Ofen (sozusagen) gewesen sein. Dazu ein Humpen Bier und der nächste Hektar pflügte sich wie von alleine. Heute verhält sich die Situation aber anders: Erst muss der Ofen bis über seine Grenzen hochgefahren werden und die Resthitze hängt hinterher stundenlang im Passivhaus fest. Pflügen muss auch niemand mehr, womit wir wieder beim Thema Gürtelüberhang wären. Trotzdem längst kein Grund auf seinen Flammkuchen zu verzichten.

Flammkuchen mit Pfifferlingen

Noch so eine Sache, die in den nächsten ein, zwei Generationen aussterben wird, ist das Wissen um die Pilze im Wald. Wobei, bei mir ist dieses Wissen schon ausgestorben. Ich kann nur die Pilze auf dem Wochenmarkt auseinanderhalten und noch nicht mal dort mit Gewissheit (Kräuterseitling vs. Steinpilz anyone?). Aber essen tu ich die kleinen Dinger unheimlich gerne, weshalb ich mir auch ein Hütchen gefreut habe, als mir mein Schwager am Wochenende ein randvolles Körbchen Pfifferlinge überreichte. Neben einem nur für private Anlässe festgehaltenen Nudelgericht, wurde aus dem zweiten Drittel des großzügigen Geschenks dieser blechgroße Flammkuchen, von dem mittlerweile auch der ungeborene Nachwuchs sein Stückchen einfordert.

Flammkuchen mit Pfifferlingen

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Flammkuchen mit Pfifferlingen
 
Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 4
Zutaten
  • 250 g Mehl. Eigentlich Weizenmehl, hier eine Variante mit Resten, also 140g helles Dinkelmehl und 110g Weizenvollkornmehl. Dazu ein Löffel Sauerteigansatz, den es nicht braucht, der aber auch nicht schadet.
  • 125g Wasser
  • 2 EL Öl
  • 1 TL Salz (mindestens)
  • Ein Becher Crème fraîche
  • 2 EL Milch
  • Schwarzer Pfeffer, Salz, Muskatnuss
  • 150 g Speck
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 handvoll Pfifferlinge
Anweisungen
  1. Die Pfifferlinge putzen – das macht der Papa mit der Salatschleuder: Erst abbrausen, dann mit einem EL Mehl und reichlich Wasser schleudern. Korb aus der Schleuder heben, abbrausen, mit klarem Wasser erneut schleudern, abbrausen, trocken schleudern und auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Restlichen Waldboden entfernen. Schwarze Stellen an den Pilzen wegschneiden.
  2. Ofen auf höchster Temperatur vorheizen.
  3. Aus Mehl, Wasser, Öl und Salz einen glatten Teig kneten, in Folie wickeln und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  4. Crème fraîche mit der Milch glattrühren und (sehr) kräftig mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken.
  5. Speck in Streifen, Zwiebeln in Ringe schneiden.
  6. Teig sehr dünn ausrollen und 3 Minuten vorbacken, dann suppt der Teig nicht so schnell durch.
  7. Creme Fraiche, Speck, Pilze und Zwiebeln auf dem Teig verteilen und fertig backen, bis die Zwiebeln Farbe angenommen haben (ca. 10 Minuten).

Kartoffel-Toasties

Haben jetzt eigentlich alle zum Thema Foodporn gesprochen? Ach ne, ich hab noch nichts dazu gesagt:

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Wäre Kochen ein Computerspiel, Kartoffelteige wären mein Endgegner. An und für sich bin ich ja per du mit sämtlichen Arten von Teig. Die kraftvolle Küchenmaschine und meine zartfühlenden, stets gut durchbluteten Hände sind ein Garant für verzückendes Backwerk. Aber sobald Kartoffeln im Spiel sind, seien es Gnocchi, Schupfnudeln oder sogar Brot: Es klebt. Und je zärtlicher und liebevoller es zur Sache geht – es klebt nur noch mehr. Bis ich mir angewöhnt habe mehr mit Mehl zu arbeiten, statt mehr Mehl einzuarbeiten.

Toasties, oder englische Muffins, wie man sie auch nennt, fand ich schon immer sehr praktisch. Werden in der Pfanne mehr gebraten als gebacken, lassen sich super einfrieren, schmecken aufgetoastet am Leckersten und gehen mit Süßem so gut wie mit Salzigem. Allerdings wurden sie mir mit gewöhnlichem Hefeteig ein bisschen zu langweilig und nachdem ich eine Weile darüber meditiert habe kam ich auf die Idee es mal mit weniger Hefe, einem Weizensauerteig und Kartoffeln im Teig zu probieren. Hat toll funktioniert, ich habe Avocado Egg Benedict daraus gemacht und sogar das Rezept aufgeschrieben. Grammgenau auf dem Rücken eines Briefumschlages, der, nachdem er ein paar Wochen in der Küche rumlag verschwand und ebenso natürlich im Bocuse Grundkochbuch wieder aufgetaucht ist, nachdem ich die Kartoffeltoasties aus dem Kopf nachgebaut und das Rezept ein zweites mal auf einen Zettel geschmiert hatte.

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Man nehme für den Weizensauerteig 100g Mehl und 100g Wasser, eine winzige Ecke frische Hefe, mische alles gut durch und stelle es auf Seite. Am Tag darauf kräftig umrühren. Am nächsten Tag wieder 100g Mehl und 100g Wasser dazugeben, umrühren. Am nächsten Tag wieder rühren und dann wieder einen Tag später sollte das ganze aussehen wie die Mondoberfläche nach einer ausgiebigen Regenschauer. Wenn alles geklappt hat erinnert der Geruch am ehesten an Bier. Sieht man irgendwo sowas wie Flausch oder haben sich dunkle moodrig riechende Pfützen gebildet: Zurück auf Start. Bei mir klappt das immer sehr gut, liegt aber möglicherweise auch am Anfangs beschworenen positiven Teig-Karma.

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Kartoffel-Toasties
 
Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 12
Zutaten
  • 200g Kartoffeln, mehlig kochend, am Vortag in der Schale gekocht und über Nacht offen im Kühlschrank gelagert.
  • 200g Milch
  • 45g Butter
  • 10g Salz
  • 1 EL Zucker
  • ¼ Würfel frische Hefe
  • 2 Eier
  • 400g Weizensauerteig, fertig oder siehe oben
  • 400g Weizenmehl + mehr zum Arbeiten
  • 30g Hartweizengries
Anweisungen
  1. Milch auf ca. 40 Grad erwärmen, mit Zucker, Butter und Hefe mischen und warten bis die Hefe Regung zeigt.
  2. Kartoffeln von der Schale befreien und zweimal durch die Kartoffelpresse jagen.
  3. Alle Zutaten bis auf den Hartweizengries mischen und so lange kneten bis ein grade nicht mehr klebriger Teig daraus geworden ist. Gegebenenfalls mehr Mehl zugeben.
  4. Teig ca. 1 Stunde zugedeckt gehen lassen, bis er sich deutlich aufgebläht hat. Nochmals kurz durchkneten und für eine weitere Stunde gehen lassen.
  5. Hartweizengries großzügig auf der Arbeitsfläche verteilen und den Teig darauf gut 1,5cm dick ausrollen, mit einem 10-12cm großen Servierring ausstechen, mit weiterem Hartweizengries bestreuen und in der nicht zu heißen Pfanne durchbacken.

 

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Eine beschichtete Pfanne hilft hier sehr. Meine ist niegelnagelneu und wurde mir freundlicherweise von Kuhn Rikon zur Verfügung gestellt. Es handelt sich bei dem guten Stück um eine Pfanne aus der Serie Cater Star und ich muss sagen: Ich liebe sie. Sie ist schön schwer, nicht zu schwer, grade so, dass sie sich nicht mehr wie Spielzeug anfühlt und gut und sicher auch unter starker Hitze führen lässt. Der Griff ist lang und hat für mich genau den richtigen Durchmesser. Es macht Spaß mit beiden Händen zuzupacken und das Gargut ordentlich durchzuschwenken. Und so sehr ich mich auch bemüht habe: Mir ist noch nichts angebrannt.

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Wie man ganz oben sieht eignen sich die Toasties auch sehr gut für ein richtiges Egg Benedict, das zwar das Katerfrühstück schlechthin ist, mit Schädel aber schier unmöglich selbst zusammenzubauen ist. Außer man kennt Tricks wie die Blitz-Hollandaise. Die heißt so, weil sie schneller gemacht ist, als man die Zutaten der Päckchen-Hollandaise lesen kann. Ein Eigelb wird mit ein paar Spritzern Zitronensaft, etwas Salz, weißem Pfeffer und Estragon in einem hohen Gefäss mit dem Pürierstab aufgemixt, während auf dem Herd 80g Butter klären. Ist die Butter grade so klar einfach bei laufendem Pürierstab zum Eigelb gießen und alles zu einer homogenen Masse verarbeiten. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Probiert das mal aus. Eier pochiert ihr ja sicher alle längst im Säckchen aus innen gefetteter Klarsichfolie!?

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Aber auch als Burger-Brötchen drängt sich so ein Kartoffel-Toasty förmlich auf. Wer mal länger als einen Tag krank zuhause lag kennt das erschütternde Fernsehprogramm am Tage. Dank Internet-Videos und Apple TV konnte ich letzte Woche endlich alle Folgen aller Serien, die mein persönlich Kochgott Heston Blumenthal jemals fabriziert hat, genießen. Zum Teil mehrfach. Warum ist Genussfernsehn auf diesem Niveau eigentlich in Deutschland nicht möglich? Andererseits will ich mir aber Knallfrosch Henssler nicht vorstellen, wenn er eine Schokotarte mit Knallbrause fabriziert. Hestons Burger steht ja schon lange auf meiner imaginären Liste und in der Kühltruhe lagen noch einige hochwertige Fleischreste. Ich reiß das mal kurz ab: Ein Drittel des Fleisches wird in 3cm große Würfel geschnitten und ordentlich eingesalzen. Der Rest wird sehr fein gewolft und dann unter die Würfel gemischt und für vier Stunden in den Kühlschrank gestellt. Dabei lösen sich irgendwelche Eiweiße aus dem Fleisch und geben die nötige Bindung für den nächsten Schritt: Alles wird zusammen grob gewolft und die Stränge wie sie aus dem Fleischwolf kommen aufgefangen und zu einer riesigen Wurst in Frischahltefolie gedreht, von der dann für die Burgerpatties Scheiben runtergeschnitten werden. Klingt abenteuerlich, war aber der beste Burger meines Lebens. Außer dem Salz kam am Ende nur ein bisschen schwarzer Pfeffer drüber und beim Braten Sternanis mit in die Pfanne. Drüber Comté, ein Scheibchen Bacon und Ketchup und drunter etwas vom Apfel-Gurken-Chutney, das die Beef-ler mal für ihren Beef! King erdacht haben. Knaller!

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Und weil bald Weihnachten ist und als Belohnung, für´s bis hier her lesen und weil man bei Kuhn Rikon so nett und großzügig ist, darf ich noch drei coole Zebra-Messersets an euch verschenken. Einfach einen Kommentar hinterlassen, wiiiiieeee gerne ihr so ein Messerset haben wollt. Bei mehr als drei Meldungen entscheidet das Los:

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