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Kardamomkuchen mit ganzen Birnen

Richtig gelesen! Ich hab mal wieder einen Kuchen gebacken – ein Blick auf das Bild im Kochbuch Winter. Home Made hat gereicht und es war um mich geschehen. Kardamom mag ich schon seit jeher gerne in meinen Zimtschnecken, aber als ich dann im Rezept noch die Zauberwörter Sirup kochen, eine Flasche Wein und Weiße Schokolade gelesen habe, wäre der Backofen fast schon von alleine angesprungen. So lecker hat es im Haus noch nie geduftet, verkochender Wein, Kuchenduft aus dem Ofen und über allem schwebt der Kardamom. Himmlich.

Drei Vier Birnen (Conference) werden geschält, der Stil bleibt dran. Zunächst mal brauchen wir einen Sud, dafür: 1 Flasche Weißwein, ich hatte einen halbtrockenenen Riesling, 500ml Wasser, 250g Rohrohrzucker, 4 Gewürznelken, 3 Sternanis, 8 Kardamomkapseln und 2 Zimtstangen in einen Topf geben und kurz aufkochen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Birnen dann für 30 Minuten darin pochieren. Birnen rausnehmen, abkühlen lassen und den Sirup auf die Hälfte einkochen. Der Sirup für sich ist schon den Kuchen wert – mit dem richtigen Wein bekommt er eine perfekte Säure, prickelt angenehm am Gaumen, anstatt einfach nur zu kleben.

Den Ofen auf 170 Grad vorheizen. 200g Butter und 200g Zucker schaumig schlagen, nach und nach 4 Eier unterschlagen. 200g Mehl, 2 TL Backpulver und 1 EL Kardamompulver mit einer Prise Salz mischen und ebenfalls unterrühren. Eine Backform mit 1,5L Inhalt fetten, mit Backpapier auskleiden und den Teig einfüllen. Drei Birnen in den Teig drücken und für 50 Minuten backen. Mit der übrigen Birne die Wartezeit verkürzen. Ich denke der Kuchen verträgt auch eine ganze Stunden, braucht aber auf jeden Fall länger als die im Original angegebenen 40 Minuten.

Den Kuchen auf einem Gitter auskühlen lassen, 100g Weiße Schokolade schmelzen und den Kuchen damit verzieren. Aufschneiden und vor´m Verzehr mit Sirup tränken.

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Geerdet

Beim Essen spricht man nicht – ist natürlich Quatsch, hängt aber auch stark vom Thema ab. Wissenschaftliche Studien sollen ergeben haben, dass der Franzose (man nennt es sogar das Französische Paradoxon) länger lebt, bzw. insgesamt, bzw. Herz-Kreislauf-Technisch betracht der gesündere Europäer ist. Obwohl er schon beim Mittagessen Rotwein säuft. Meiner Meinung nach völlig außer acht gelassen bei diesen ganzen Ernährungsstudien wurde unglücklicherweise die Geselligkeit, von der Frankreichurlauber so gerne schwärmen, nachdem sie mit ihren Gastgebern getafelt haben. Von den Italienern hört man sowas ja auch. Überhaupt stelle ich mir so meinen Lebensabend vor (bitte stellen sie sich für die folgenden Sätze und die zugehörige Stimmung das Lied Haus am See von Hr. Fox an):

Ein Hügel, ein Haus, in der Nähe ein See, ein riesiger uralter Baum, der voller Lampen hängt, darunter ein Tisch, der so lang ist, dass er nicht aus einem einzigen Baum gefertigt sein kann – sieht aber so aus. Viel Wein, viel Brot, alle Töchter kommen zu Besuch (ich habe in dieser Phantasie nur Töchter – da kann man sich den Sohn aussuchen ;-) – die Töchter haben Wein dabei und Schüsseln voll mit prächtigen Salaten. Am offenen Feuer drehen sich Spanferkel, die Sonne geht langsam unter, Kinder laufen lachend in Richtung See… Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg… Am Ende hat niemand zugenommen und alle sind gesünder, denn wir haben viel erzählt und viel gelacht und vor lauter Erzählen und Lachen die Zeit vergessen und nebenbei gegessen.

Worüber wir nicht gesprochen haben, weil man das eigentlich nicht macht, was aber unbedingt noch gesagt werden muss, da es für mich das Lustigste am Verzehr von Roter Bete ist – manche Menschen (yours truly) können den Farbstoff in der Roten Bete nicht verstoffwechseln und scheiden ihn einfach wieder aus. Und, Sorry, ich muss das einfach loswerden: Rosa Pippi sieht zum schießen aus! Und jetzt wo ich das los bin, hier mal eine Art und Weise Rote Bete zuzubereiten, wie zumindest ich sie noch nicht kannte: Mariniert in mit Kardamom aromatisiertem Orangensaft, in dünnen Scheiben aufgeschnitten, mit Kartoffeldressing garniert. Ein insgesamt sehr erdiges Gericht aus dem Kartoffelbuch.

Man nehme zwei dicke Rote Bete, wasche sie und gare sie in Alufolie gewickelt für eine Stunde im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Danach kurz auskühlen lassen, schälen und halbieren. Eine Schalotte fein würfeln, in etwas Olivenöl anschwitzen und mit einem halben Glas Orangensaft ablöschen. Eine Messerspitze Kardamom dazu, kurz aufkochen, mit Pfeffer und Salz abschmecken und die Rote Bete darin eine Stunde lang marinieren.

Für das Kartoffeldressing eine dicke Sieglinde schälen, würfeln und in Salzwasser weich kochen, abgießen und mit der gleichen Menge Buttermilch, 1/4 TL Kümmelsamen, 2 EL Gurkenwasser und 3 kleinen Cornichons fein pürieren. Nach Geschmack Meerrettich dazugeben und mit Salz und im Zweifelsfall Pfeffer und weißem Balsamessig abschmecken. Nach der Bildvorlage anrichten und mit Portulak pimpen.

Im Originalrezept wird gänzlich auf Meerrettich verzichtet, was meiner Meinung nach so aber nicht erlaubt ist. Es handelt sich dabei zwar um ein ungeschriebenes Gesetzt, das ist das mit dem Kümmel aber auch – und den hat man hier nicht vergessen…

Wenn ich so daran denke kann ich´s eigentlich kaum erwarten…

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Nachschlag im Eis-Battle – Avocado und Ziegenkäse

Zurück in die Zukunft war so ein Film, der dem kleinen Chef Hansen aus zwei Gründen ganz fest in Erinnerung geblieben ist. Neben Flux-Kompensator, Huey Lewis (fand ich als Kind schon cool) und dem Flügeltürer aus Edelstahl waren das die viereckigen Augen, die ich nach dem spannenden Finale hatte und der Cliff-Hanger, mit dem der erste Teil endete und mich entsetzt in mein Zimmer flüchten ließ um umgehend mit den Arbeiten an der Fortsetzung zu beginnen. Weit bin ich natürlich nicht gekommen, aber mich hatte auch niemand herausgefordert!

Marty McFly ließ sich besonders leicht provozieren, in dem man ihn eine Feige Sau nannte. Mich muss man nur einfach so herausfordern – was ganz gut funktioniert ist: Versuch doch mal… oder auch sehr beliebt: Das kriegst du doch so eh nicht hin! Ok, hinterhältig war die Herausforderung dieses Mal nicht, als die gute Maja sich fragte, ob wohl Simone oder ich als nächstes mit Avocado- oder Ziegenkäse im Eis-Battle um die Ecke kommt. Simone hatte nämlich mit ihrem (oder besser gesagt Lebovitz’) Olivenöl-Zitroneneis ganz schön vorgelegt. Aber was sollte das oder – ich hab zwei Kühlakkus Schätzeleins!

Die liebe Jutta war so gut, mir auf dem Heimweg noch schnell mit dem Ziegenkäse-Rezept auszuhelfen und so konnte ich zuhause gleich loslegen. Die beiden Sorten sind überraschend einfach herzustellen und wenn man unbedingt zwei an einem Tag machen will – dann diese beiden!

So treffsicher der Hr. Lebovitz sonst mit seinen Rezepten ist, so daneben ist das Avocado-Eis. Dachte ich. Die Masse war so dick, dass ich die Sahnemenge verdoppeln musste. Eine zu feste Masse führt natürlich zwangsläufig dazu, dass das Eis nicht so schön im Mund schmilzt und das typische Mundgefühl und damit die größte Freude am Eisgenuss fehlt. Soweit so tragisch, wäre da nicht noch die Empfehlung für Avocado Licuado con Leche. Hier werden einfach pro Portion zwei Kugeln Eis mit 125ml Milch, 2 EL Zucker und dem Saft einer halben Limette aufgemixt und mit Schirmchen serviert. Und das wiederum ist soooo lecker, dass man das leere Glas von innen sauber lecker möchte. Ich war überrascht wie fruchtig Avcado schmecken kann.


: Avocado-Eis

  1. 3 mittelgroße, reife Avocados (ca. 675 g)
  2. 150 g Zucker
  3. 240 g Sauerrahm
  4. 125 ml Sahne
  5. Saft einer halben Limette
  6. Prise Salz

  1. Die Avocado schälen, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch grob zerstückeln.
  2. Alle Zutaten im Mixer zu einer feinen Masse mixen.
  3. Bei mir wurde die Masse extrem dick. Beim nächsten Versuch würde ich so lange Sahne dazu geben, bis mir die Konsistenz passt und nur evtl. Sauerrahm dazugeben, falls die Avocados sehr reif sind.
  4. Die Masse sofort in der Eismaschine frieren.

Eine wahre Offenbarung hingegen: das Ziegenkäse-Eis. Leichter Geschmack nach Käsekuchen – im Besten Sinne. Bei Ben & Jerrys machen sie ja auch irgendwas mit Käsekuchen. Aber die packen auch rohen Keksteig in ihr Eis – der erste Löffel davon schmeckt rattenscharf. Der Zweite ist Ok. Dann geht´s rapide bergab. Irgendwas in dem Eis, vermutlich Zucker, verführt dazu, den ganzen Becher leer zu essen. Bis einem schlecht wird. Ich bin gegen Teig im Eis. Höchstens Brownies lass ich mir gefallen. Der Ziegenkäse hier ist aber genau die richtige Portion Käsekuchen, definitiv empfehlenswert und kommt auf die Karte meiner Eisdiele, die ich eines Tages (wahrscheinlich eher nicht) eröffne.

Auch das Eiswaffel-Eisen Eis-Waffeleisen Eiswaffeleisen wollte mal wieder in Gebrauch genommen werden. Das genaue Rezept habe ich schonmal gepostet, aber man kann ja als Foodie nie zweimal genau das Gleiche machen. Deswegen erhielt die verbesserte Version meiner Eiswaffeln nun eine Messerspitze Zimt und Kardamom, was, ich muss das so sagen, traumhaft mit dem Ziegenkäse-Eis harmoniert hat.


: Ziegenkäse-Eis

  1. 375 ml Vollmilch
  2. 130 g Zucker
  3. 230 g Ziegenfrischkäse
  4. 6 Eigelb (Größe L)

  1. Milch und Zucker verrühren und in einem Topf erwärmen.
  2. Während dessen Ziegenkäse in eine Schüssel bröseln.
  3. Eigelb schaumig aufschlagen.
  4. Milch langsam zu den Eigelb geben. Und alles zusammen wieder in den Topf.
  5. Die Masse auf 78 Grad erwärmen und dabei mit einem Teigschaber ständig über den Topfboden streichen.
  6. Masse über den Ziegenkäse geben und rühren, bis sich der Käse vollständig aufgelöst hat.
  7. Im Eisbad kalt schlagen, vollständig durchkühlen lassen und in der Eismaschine gefrieren

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