Weizenbock-Eis mit Haselnuss-Streusel und kandiertem Bacon

Grill-Saison und Eis-Saison liegen fast deckungsgleich im Kalender. Also nur nicht trödeln und ran an die Eismaschinen! Vanille, Erdbeer und Schoko mag ich zwar auch, aber wo wären wir mit Chef Hansen, wenn ich hier die Achtzigerjahre in  Konditoren-Eiscreme vorstellen würde. Nein, hier präsentiere ich Sorten wie Ziegenkäse, Marzipan, Basilikum oder heute: Bier. Besser gesagt Weizenbock, mit dem kleinere Brauereien aus der Region grade um die Gunst der Genießer werben oder zum Beispiel der Bockige Bazi, den ich im letzten Jahr vorgestellt habe. Karamell-, Frucht- und feine Gewürznoten laden förmlich dazu ein, dieses Bier mit etwas Süßem zu kombinieren. Dabei verliert es nie seinen Charakter und erinnert mit seiner subtilen Bitterkeit stets daran, dass der Hauptbestandteil hier eben doch Bier ist.

Weizenbock-Eis mit Haselnuss-Streusel und kandiertem Bacon

Ich liebe Crunchiges zum Eis und Streusel noch viel mehr, dazu eine ordentliche Portion gerösteter Haselnüsse. Die Bitternote des Bieres lässt sich sehr gut mit etwas Salzigem auffangen und da fällt mir nichts besseres ein als Speck. Halt, doch: Kandierter Speck! Das alles auf einen Scheibe gegrillter Birne servieren und schon ist der Nachtisch für’s Grill-Menü perfekt. Also lehnen sie sich zurück und starten mit mir in die Eis-Saison 2015:

5 from 1 reviews
Weizenbock-Eis mit Haselnuss-Streusel und kandiertem Bacon
 
Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 6
Zutaten
Für das Eis
  • 500ml Weizenbock
  • 250ml Sahne
  • 250ml Milch
  • 110g Zucker
  • 5 Eier
Für die Streusel
  • 50g Zucker
  • 100g Mehl
  • 60g Geschmolzene Butter
  • 3 EL geröstete, gehackte Haselnüsse
Für den kandierten Bacon
  • 2 Scheiben Bacon (3-4mm Dicke, eher mager)
  • 3 EL Zucker
  • 1 EL Ahornsirup
Anweisungen
Für das Eis
  1. Das Bier in einen großen Topf geben und vorsichtig bei mäßiger Hitze auf die Hälfte reduzieren. Bei zu starkem erhitzen schäumt das Bier wie eine explodierte Dose Bauschaum. Gleiches bei zu kräftigem Rühren. Am besten man macht vorsichtig ein „Loch“ in den Schaum, der sich zwangsläufig auf dem köchelnden Bier bildet, so dass der Wasserdampf entweichen kann.
  2. Die Eier trennen. Wir benötigen nur die Eigelbe, das übrig gebliebene Eiweiß am besten ein einem Pitcher Whiskey Sour weiter verarbeiten.
  3. Eigelb mit der Sahne schaumig aufschlagen.
  4. Kalte Milch und Sahne zum heißen Bier geben. Die Hälfte davon unter ständigem Rühren zur Ei-Zucker-Masse geben. Dann alles zurück in den Topf unter bei mäßiger Hitze zur Rose aufschlagen. Falls das Eigelb ein wenig flockt, dann ist das bei diesem Rezept weniger tragisch. Einfach mit dem Pürierstab wieder verflüssigen.
  5. In eine Schüssel umfüllen und im Kühlschrank mindestens 4 Stunden vollständig durchkühlen lassen.
  6. Nach Anleitung der Eismaschine gefrieren.
Für die Streuse
  1. Alle Zutaten mischen, zu einem krümeligen Teig verrühren, auf ein Backblech geben und bei 160 Grad ca. 15 Minuten goldbraun backen.
Für den kandierten Speck:
  1. Backofen auf 220 Grad vorheizen
  2. Backblech mit Backpapier belegen, Baconscheiben darauf geben, mit Ahornsirup bepinseln, Zucker darauf streuen und im Ofen unter Aufsicht karamleisieren.
  3. Den karamelisierten Speck abkühlen lassen und in Streifen oder Würfel schneiden.

 

Ein Milch Dessert – Milch und Honig Eis | Käsekuchen-Schaum | Milch-Streusel | Dulche de Leche

Milch macht müde Männer munter. Man sollte aber nicht denken, dass ein hauptsächlich aus Milch bestehendes Weihnachtsdessert nach Stunden der Völlerei nochmal für einen ausgewachsenen Energieschub sorgt. Nein, die Energie, die in diesem Dessert steckt, geht ohne Umwege auf die Hüften. Das ist auch durchaus gewollt, denn wenn ich es schon nicht schaffe abzunehmen, sollen wenigstens alle anderen schön rundlich werden!

Milch Dessert Milch und Honig Eis

Mit Milch kann man tolle Sachen anstellen und so war es garnicht schwer vier ganz unterschiedliche Komponenten auf einen Teller zu bringen, deren Hauptzutat jeweils Milch ist, die aber cremig, fluffig, knusprig und eiskalt sein können. Die Grundlage dieses Dessert bildet ein Milchkaramell, Dulce de Leche, die vielleicht im ersten Moment an Bonbons aus Kindheitstagen erinnert (die, die die kleinen in der Werbung immer vom Opa bekamen) und in der Zubereitung durchaus eine Herausforderung darstellen kann, es sei denn der Haushalt führt einen Mixer mit Kochfunktion.

Der Nachtisch war ursprünglich nicht als gehaltvolle Kindheitserinnerung gedacht, die sind aber neben der Milch doch zur zweiten Hauptzutat geworden. Den fluffigen Part übernimmt hier nämlich ein Käsekuchen-Espuma, der aus einer halbgebackenen Käsekuchenfüllung besteht (Schneebesen ablecken!), die ich mit Buttermilch püriert und dann im isi aufgeschäumt habe. Bei so viel Creme und Schäumchen ist es immer wieder schön, wenn es auch mal zwischen den Zähnen knuspert (Omas Streuselkuchen). Was könnte da schöner sein als Milch-Streusel, mit Milchpulver gebacken und weißer Schokolade überzogen.

Die eisgewordene Kindheitserinnerung heißt Milch und Honig Eis. Ein Seelenschmeichler, den es von Mama immer zur Linderung von Halsschmerzen gab, der aber auch toll in Kalt funktioniert. Liegt vielleicht an der Verbindung zwischen nachlassendem Halsschmerz und schmelzendem Milcheis die das Unterbewusstsein toll hinkriegt.

5 from 1 reviews
Ein Milch Dessert - Milch und Honig Eis | Käsekuchen-Schaum | Milch-Streusel | Dulche de Leche
 
Vorbereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Für dieses Milcheis wird statt Zucker alleine auf Honig gesetzt und die Milch muss einmal aufgekocht werden um den Geschmack der heißen Milch ans Eis zu bringen.
Portionen: 6
Zutaten
  • 500ml Milch
  • 200ml Sahne
  • 120g Honig
  • 5 Eigelb
  • 1 Prise Salz
Anweisungen
  1. Die Milch mit dem Honig unter ständigem rühren aufkochen. Abdecken und vollständig abkühlen lassen.
  2. Die Eigelb mit dem Schneebesen aufschlagen und alle Zutaten in einen Topf geben.
  3. Die Eismasse vorsichtig erhitzen und mit einem Teigschaber ständig über den Topfboden streichen. Wer ein Thermometer hat – die Masse sollte maximal einen Temperatur von 76 Grad erreichen, danach beginnt das Ei zu gerinnen. Das tut es unter Umständen (und Herd) auch schon früher, da der Topf unten natürlich heißer ist. Sollte eine Eismasse mal gerinnen, ist das kein Weltuntergang: Ein Mixer oder Pürierstab macht wieder eine geschmeidige Masse daraus. Für den Geschmack ist das nicht immer optimal, da heißer gekochte Eismassen gerne einen stärken Ei-Geschmack bekommen, was aber wiederum bei diesem Eis durchaus interessant sein kann.
  4. Die Eismasse in eine Schüssel umfüllen und auf Eiswürfeln kaltrühren. Im Kühlschrank vollständig durchkühlen lassen und nach Anleitung der Eismaschine gefrieren.

Anrichten des Dessert

Rezepte für Milchstreusel, Liquid Cheesecake und Dulce de Leche.

Dulche de Leche kunstvoll auf dem Teller spritzen. Käsekuchen-Schaum in einer Espressotasse an der einen Seite anrichten, ein paar Milchstreusel auf dem Karamell verteilen und eine Nocke vom Milch und Honig Eis auf den Teller geben.

Mach doch mal… (Pistazien-Safran-Eis)

Alex, mach doch mal…

…was Süßes!
…Radicchio-Eis!
…Pistazien-Safran-Eis!
…ein Oster-Menü!
…ne Kräuterschnecke!

Kinder, was denn noch alles? Eine Sache, die ich an guten Freunden besonders schätze, ist Timing und die Fähigkeit, einem eine gute Idee ins Hirn zu pflanzen. Während ich mich mit meinen Rezeptideen grade in einer Sinnkrise befand, mir ein Ostermenü zusammentagträumte und verdammt nochmal nix zum Thema Dessert aufflammen wollte, kam eine gute Fee in einem Kochtopf um die Ecke:

Ich sah es förmlich vor mir: Geckogrünes Eis mit tiefroten Fäden. Dazu Orangenhippen und Macarons, kandierte Rosenblätter… Ein Traum aus Tausendundeinernacht. Die Rosenblätter hab ich dann weggelassen und den ganzen Rest des Ostermenüs auch. Wer kocht schon gerne, wenn er auch Steine aus Granit durch den Garten schleppen kann – aber zum Projekt Kräuterschnecke und Hochbeet bei Gelegenheit mehr. Erstmal einen bezaubernden Blick auf einen bezaubernden Teller:

Immer wieder hört man von Diskussionen, ob jetzt Safran nach was schmeckt, oder nur färben kann wie der Teufel. Und was für den Kuchen gilt, gilt umso mehr für´s Eis: Geel. Siehe Oben. Dagegen kommt keine Pistazie an – Versuche mit Lebensmittelfarbe wurden aus ethischen Gründen unterlassen. Im Grunde ist so eine Eismasse ja kein Hexenwerk. Man nehme 750ml Flüssigkeit, die nach Lust, Laune und Vorratshaltung aus Milch und Sahne besteht. Dazu kommen 100g Zucker und die Aromaten: Fein gehackte Pistazien (90g) und 1/2 TL Safranfäden. Einmal aufgekocht, Deckel drauf und 4 Stunden ziehen lassen. Das wird dann durch ein Sieb gegeben und die Safranfäden für Später mühsam zwischen den Nüssen rauspiedeln und in Sicherheit bringen (wertvoll wie sie sind). 5 Eigelb schaumig aufschlagen, aufgewärmte Milch-Mischung dazugeben und alles in einem Topf zur Rose abziehen, abkühlen und nach Bedienungsanleitung gefrieren. Die Tränen, die den Verlust der grünen Farbe bezeugen trocknet ein erster Probierlöffel der Eismasse, der ein wenig Ruhe nun gut tut.

Jetzt ist so ein Eis ja lecker, aber es muss auch irgendwo rein. Da böte sich eine Hippe an. Wie schön, dass man Eiweiß übrig hat, denn man braucht jeweils zu gleichen Teilen: Mehl, Puderzucker, weiche Butter und Eiweiß. Dazu Orangenschale – etwa ein TL Abrieb pro 100g Masse. Die genauen Mengen richten sich nach dem übrigen Eiweiß. Alle Zutaten werden schnell verrührt und abgedeckt eine Stunde kalt gestellt. Dann dünn auf ein mit Backpapier belegtes Blech gestrichen und im auf 190 Grad vorgeheizten Ofen gebacken, bis sich ein dunkler Rand gebildet hat. Jetzt lassen die dünnen Hippen sich noch gut verarbeiten, z.B. über den Rücken einer Tasse stülpen, oder aufrollen. Beim Aufstreichen auf´s Backpapier muss man sich nicht allzu große Mühe bei der Gleichmäßigkeit geben, im Ofen verläuft sich das noch ein wenig. Hitzeunempfindliche Hände sind für die Verarbeitung (zumindest beim Aufrollen) eindeutig von Vorteil.

Zur Erreichung der vollständigen Ei-Neutralität (Eiweiß und -Gelb wurden vollständig aufgebraucht): Macarons. Alter Hut. Steht bei der Simone schon alles was man drüber wissen muss. Das mit dem Mandeln pulverisieren ist echt wichtig! Ich mach das in so nem Blitzhacker der beim Pürierstab dabei war. Während die Messer durch die Lüfte fetzen schüttel ich das Teil unaufhörlich, bis die Kraft in den Oberarmen nachlässt. Und dann unbedingt sieben. Ab da läuft´s wie von alleine. Statt Kakaopulver wie bei Simone, gibt´s Szechuan-Pfeffer (1 TL, mit-blitzhacken) und für die Füllung hatte ich Zweierlei vorgesehen: Eine Ganache (100g weiße Schokolade mit 50ml heißer Sahne übergießen, Orangenabrieb und Lebensmittelfarbe (sic!) dazu.) und Buttercreme (100g Butter, 50g Puderzucker, Orangenabrieb, keine Farbe (puh!) – beides wird vor´m Verfüllen schaumig aufgeschlagen.

Man sollte das auf keinen Fall machen, wenn man plant in den nächsten Stunden noch zu schlafen. Die Unmengen an Zucker, die für sofortige Energiebereitstellung sorgen, werden einem da einen Strich durch die Rechnung machen…

Kürbiseis

Alles so orange auf einmal. Kürbisse wohin man sieht, in Farben wie alte Telefone. Unser altes Telefon: Quietschorange, Wählscheibe, 20 Meter Schnur. Ich glaube dieses Gerät hat seinen Dienst vor meiner Geburt aufgenommen, mindestens bis zum Ende der Schulzeit verrichtet und dient heute noch irgendwo als staubfangendes Deko-Objekt im angesagten Stil der Siebziger. Zwischenzeitlich bekam es Konkurrenz von einem Tastentelefon – mit Impulswahlverfahren. Darunter stellt man sich heute ja höchstens noch schüchterne Teenies vor, die, vom Impuls gepackt, den grade angesagten Schwarm anrufen und blitzschnell auflegen, sobald sich auf der Gegenseite jemand meldet. Dann kam ISDN. Telefone im ganzen Haus – eigene Nummer (und eigene Rechnung…). Schnurlostelefone, danach Handys und Internet… Dabei ist viel Motorik auf der Strecke geblieben, denn wer kann heute noch telefonierend Hörer und Gerät, das mit 20 Meter Leitung in der Wand steckt zum Plattenspieler laufen und die Scheibe wenden, ohne dass das Gespräch abbricht. Empfang gab es keinen, dafür Telefonzellen, aber was das war erzähle ich, wenn´s mal wieder was Gelbes zum Essen gibt.

Heute gibt´s hier Kürbiseis – in Variationen sozusagen. Denn Kürbis-Suppe und Gnocchi kann ja jeder 😉 Vom Süßkartoffeleis in The Perfect Scoop inspiriert ging ich für den Bloggeburtstag ans Werk:

: Kürbiseis

  • 400g Kürbis – ich habe Hokkaido verwendet
  • 400ml Milch
  • 100g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 100g Sahne
  • 1 TL Piment
  • 1/4 Tonkabohne

  1. Den Kürbis entkernen, schälen und groß würfeln. Auf ein Blech geben und im Ofen bei 100 Grad in 60 Minuten garen. Ausdampfen lassen.
  2. Kürbisfleisch mit der Milch in einen Mixer geben und auf niedriger Stufe laufen lassen.
  3. Sahne und Zucker in einem Topf erwärmen.
  4. Die beiden Eigelb aufschlagen, die Sahne langsam zu den Eigelb schütten und langsam weiterrühren.
  5. Die Masse wieder zurück in den Topf geben und zu einer dicklichen Creme aufschlagen.
  6. Die Creme in den immernoch laufenden Mixer geben, Piment dazugeben und die Tonkabohne dazuraspeln.
  7. Die Eismasse durchkühlen lassen und in der Eismaschine gefrieren.

Portionen: 6

Durch die geringe Menge der Ei-Masse wird das sehr schnell eine ordentliche Creme und umso schneller Rührei, da muss man dann schon aufpassen. Beim ersten Versuch habe ich die Kürbis-Milch durch ein feines Sieb passiert – im Mixer kriegt die Masse allerdings die gleiche ordentliche Konsistenz und spart so natürlich noch ein bisschen Arbeit. Pecan-Nüsse passen sehr schön zu diesem Eis. Entweder man rührt sie gleich unters Eis – oder man macht eine Karamellsauce dazu. Für die erste Variante hackt man die angerösteten Nüsse klein und kocht sie mit Ahornsirup in einer Pfanne, reduziert das ein und kriegt köstliche karamelisierte Pecans.

Ein richtiger Knaller wird der Spaß mit der Pecan-Praline Sauce von Hr. Lebovitz – sofern man auf die Hälfte des Zuckers verzichtet. Salzkaramell, Pecan-Nüsse, Whiskey, ich bin vor lauter abschmecken und probieren nicht mehr fertig geworden:

 

: Pecan-Praline Sauce

  • 60g Butter
  • 75g Zucker (Rohrohrzucker)
  • 2 EL Ahornsirup
  • 125ml Wasser
  • 60ml Sahne
  • 125g Pecan-Nüsse, geröstet und grob gehackt
  • Grobes Meersalz
  • 45ml Whiskey
  • 1/4 Tonkabohne

  1. Die Butter schmelzen, Zucker und Ahornsirup dazugeben und den Zucker unter gelegentlichem Rühren auflösen.
  2. Vorsichtig das Wasser angießen. Der Zucker wird möglicherweise wieder fest. Einfach weiterrühren, bis sich der Zucker wieder vollständig aufgelöst hat und dann die Sahne, Nüsse, Salz und Whiskey einrühren und die Tonkabohne reinraspeln.
  3. Auf die gewünschte Konsistenz einkochen und warm servieren.

Auch wenn Ingwer zum Kürbis äußerst inflationär verwendet wird – ich komm nicht drum herum. Ich hab grade eh so ne Ingwerphase, sei es in der Kürbissuppe oder als Ingwer-Pannacotta zum Kürbisseis dazu. Bei Pannacotta halte ich mich an Tim Mälzer, d.h. halb Milch, halb Sahne. Die komplette Milch mit der Hälfte der Sahne und dem Aroma (hier Ingwer) und Zucker aufkochen. Ein Blatt Gelatine pro 200ml darin auflösen und wenn die Masse angezogen hat die restliche Sahne geschlagen unterheben. Wichtig ist jetzt das ganze ordentlich durchkühlen zu lassen. Ingwer-Aroma und ein wenig Schärfe im Nachtisch haben noch niemandem geschadet :-)

Mit dem Essen spielt man nicht, stimmt nicht:

Genießt die Woche, noch sieben Tage, dann ist um 5 schon dunkel…

Nachschlag im Eis-Battle – Avocado und Ziegenkäse

Zurück in die Zukunft war so ein Film, der dem kleinen Chef Hansen aus zwei Gründen ganz fest in Erinnerung geblieben ist. Neben Flux-Kompensator, Huey Lewis (fand ich als Kind schon cool) und dem Flügeltürer aus Edelstahl waren das die viereckigen Augen, die ich nach dem spannenden Finale hatte und der Cliff-Hanger, mit dem der erste Teil endete und mich entsetzt in mein Zimmer flüchten ließ um umgehend mit den Arbeiten an der Fortsetzung zu beginnen. Weit bin ich natürlich nicht gekommen, aber mich hatte auch niemand herausgefordert!

Marty McFly ließ sich besonders leicht provozieren, in dem man ihn eine Feige Sau nannte. Mich muss man nur einfach so herausfordern – was ganz gut funktioniert ist: Versuch doch mal… oder auch sehr beliebt: Das kriegst du doch so eh nicht hin! Ok, hinterhältig war die Herausforderung dieses Mal nicht, als die gute Maja sich fragte, ob wohl Simone oder ich als nächstes mit Avocado- oder Ziegenkäse im Eis-Battle um die Ecke kommt. Simone hatte nämlich mit ihrem (oder besser gesagt Lebovitz‘) Olivenöl-Zitroneneis ganz schön vorgelegt. Aber was sollte das oder – ich hab zwei Kühlakkus Schätzeleins!

Die liebe Jutta war so gut, mir auf dem Heimweg noch schnell mit dem Ziegenkäse-Rezept auszuhelfen und so konnte ich zuhause gleich loslegen. Die beiden Sorten sind überraschend einfach herzustellen und wenn man unbedingt zwei an einem Tag machen will – dann diese beiden!

So treffsicher der Hr. Lebovitz sonst mit seinen Rezepten ist, so daneben ist das Avocado-Eis. Dachte ich. Die Masse war so dick, dass ich die Sahnemenge verdoppeln musste. Eine zu feste Masse führt natürlich zwangsläufig dazu, dass das Eis nicht so schön im Mund schmilzt und das typische Mundgefühl und damit die größte Freude am Eisgenuss fehlt. Soweit so tragisch, wäre da nicht noch die Empfehlung für Avocado Licuado con Leche. Hier werden einfach pro Portion zwei Kugeln Eis mit 125ml Milch, 2 EL Zucker und dem Saft einer halben Limette aufgemixt und mit Schirmchen serviert. Und das wiederum ist soooo lecker, dass man das leere Glas von innen sauber lecker möchte. Ich war überrascht wie fruchtig Avcado schmecken kann.


: Avocado-Eis

  1. 3 mittelgroße, reife Avocados (ca. 675 g)
  2. 150 g Zucker
  3. 240 g Sauerrahm
  4. 125 ml Sahne
  5. Saft einer halben Limette
  6. Prise Salz

  1. Die Avocado schälen, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch grob zerstückeln.
  2. Alle Zutaten im Mixer zu einer feinen Masse mixen.
  3. Bei mir wurde die Masse extrem dick. Beim nächsten Versuch würde ich so lange Sahne dazu geben, bis mir die Konsistenz passt und nur evtl. Sauerrahm dazugeben, falls die Avocados sehr reif sind.
  4. Die Masse sofort in der Eismaschine frieren.

Eine wahre Offenbarung hingegen: das Ziegenkäse-Eis. Leichter Geschmack nach Käsekuchen – im Besten Sinne. Bei Ben & Jerrys machen sie ja auch irgendwas mit Käsekuchen. Aber die packen auch rohen Keksteig in ihr Eis – der erste Löffel davon schmeckt rattenscharf. Der Zweite ist Ok. Dann geht´s rapide bergab. Irgendwas in dem Eis, vermutlich Zucker, verführt dazu, den ganzen Becher leer zu essen. Bis einem schlecht wird. Ich bin gegen Teig im Eis. Höchstens Brownies lass ich mir gefallen. Der Ziegenkäse hier ist aber genau die richtige Portion Käsekuchen, definitiv empfehlenswert und kommt auf die Karte meiner Eisdiele, die ich eines Tages (wahrscheinlich eher nicht) eröffne.

Auch das Eiswaffel-Eisen Eis-Waffeleisen Eiswaffeleisen wollte mal wieder in Gebrauch genommen werden. Das genaue Rezept habe ich schonmal gepostet, aber man kann ja als Foodie nie zweimal genau das Gleiche machen. Deswegen erhielt die verbesserte Version meiner Eiswaffeln nun eine Messerspitze Zimt und Kardamom, was, ich muss das so sagen, traumhaft mit dem Ziegenkäse-Eis harmoniert hat.


: Ziegenkäse-Eis

  1. 375 ml Vollmilch
  2. 130 g Zucker
  3. 230 g Ziegenfrischkäse
  4. 6 Eigelb (Größe L)

  1. Milch und Zucker verrühren und in einem Topf erwärmen.
  2. Während dessen Ziegenkäse in eine Schüssel bröseln.
  3. Eigelb schaumig aufschlagen.
  4. Milch langsam zu den Eigelb geben. Und alles zusammen wieder in den Topf.
  5. Die Masse auf 78 Grad erwärmen und dabei mit einem Teigschaber ständig über den Topfboden streichen.
  6. Masse über den Ziegenkäse geben und rühren, bis sich der Käse vollständig aufgelöst hat.
  7. Im Eisbad kalt schlagen, vollständig durchkühlen lassen und in der Eismaschine gefrieren