Süßkartoffel-Suppe mit Pommes-Einlage

Mist. Eigentlich wollte ich diesen Beitrag mit der gescannten Doppelseite aus Meine Schulklasse eröffnen, in der ich mein Lieblingsessen mit dem Wort Kartoffelmöhrensuppe festgehalten habe, aber weiß der Geier wo dieses Facebook der Achtziger abgeblieben ist. Ich könnte meine Mutter anrufen und hielte das Buch zwei Minuten später in der Hand – nicht weil sie weiß, wo´s liegt, nein sie fühlt es. Mütter können das! Dann könnten wir uns hier gleich noch über die Sammlung an Schreibweisen von Looking for Freedom auslassen, das damals ausnahmslos jedens Lieblingslied war und endlich klären, ob tatsächlich deswegen die Berliner Mauer fiel. Am allerinteressantesten wäre natürlich der Eintrag unter Schwarm (leer, ich war ein sehr schüchternes Kind), während der Berufswunsch Top Gun Pilot noch für einige Lacher sorgen könnte. Warum ich das alles noch so genau weiß? Ich hab das Buch immer mal wieder in den Fingern, aber so ist das mit solchen Dingen, wenn man sie mal braucht…

Ich kann mich nur an Samstage erinnern, an denen es Kartoffelmöhrensuppe gab, alle andere Samstage müssen traurige Tage gewesen sein. Brühe, eine dicke Gemüsezwiebel, Kartoffel und Möhren gehörten hinein, ein Ring Fleischwurst dazu. Ohne Fleischwurst ist es nicht dasselbe. Und nein, ich schäme mich nicht dafür, Maggi stand auf dem Tisch und es kamen immer noch einige Spritzer auf den Teller, bevor die braune Brühe möglich kunstvoll verteilt wurde. (Mach ich heute nicht mehr, echt!) Früher kamem da auch tatsächlich noch Kartoffeln und Möhren rein – die Kartoffelmöhre war noch nicht erfunden und hat erst in den letzten Jahren als Süßkartoffel Einzug in die Gemüseregale gehalten. Da Kartoffelmöhrensuppe aber nur die Mama richtig kann, hab ich mir für die Süßkartoffel eben selbst was überlegt – ohne Maggi, ohne Fleischwurst.

Nach dem ich bei Nata von Pommes Fritten gelesen habe, hatte ich Bock auf welche, aber ich hatte auch Bock auf Suppe. Und gleich vorweg: Wenn man die Stifte kross genug hinkriegt und die Suppe schnell genug löffelt, dann ist es echt lecker! Also, eine dicke Zwiebel grob Würfeln und in Butter anschwitzen. 500g Süßekartoffel würfeln und mitschwitzen, 750ml Brühe (Gemüse, Huhn, egal…) angießen und die Süßkartoffeln weich kochen. 200g Kartoffeln stifteln und evtl. Abschnitte zur Suppe geben. Kartoffelstife in schäumender Butter und neutralem Öl langsam rundherum knusprig braten und gegen Ende mit Salz und scharfem Pimenton de la Vera (das ist später wichtig für die Suppe, der scharfe Paprika verträgt sich bestens mit den Süßkartoffeln) würzen und im Zweifelsfall auf einem Küchenpapier im Backofen warm halten. Suppe mit Salz, Pimenton de la Vera, Sojasauce und etwas Pfeffer abschmecken. Mit Frühlingszwiebel garnieren und wer muss brät sich noch ein paar feine Speckwürfel dazu.

Ups, gekleckert, aber nach dem Essen ist der Teller wieder sauber. Versprochen!

Comments

  1. says

    ich liebe ja suppen aller art. und die möhren-kartoffel-variante gibt’s derzeit richtig oft zum aufwärmen. aber ohne fleischwurst, ganz pur. samstag werde ich dann gleich mal nach süßkartoffeln auf dem markt ausschau halten…sieht toll aus – vor allem mit den klecksen 😉

  2. says

    Das kommt ja wie gerufen! Nach den Fritten hatte ich ebenfalls heftigen Appetit auf Suppe und mir gleich gestern eine dicke Tomatensuppe mit Nudeln, Gemüse und Fleischbällchen gekocht. Nachdem ich sie aufgegessen habe, ist der Appetit auf Suppe noch immer vorhanden. Ich habe sowieso den Eindruck, Suppe ist das einzig zuverlässige Mittel, das richtig wärmt. Vielleicht mache ich morgen Möhren-Kartoffelsuppe. Dafür hätte ich noch alle Zutaten im Haus. – Auf die geniale Idee, Suppe gleich mit Pommes frites zu kombinieren, bin ich natürlich nicht gekommen.

  3. says

    Damit rüttelst Du an meiner Suppen-to-cook-liste. Eigentlich war Fenchel angesagt, aber vielleicht doch Süßkartoffel? Ich könnte sofort den Löffel ansetzen … 😉

  4. says

    Looking for freedom weckt da auch Erinnerungen an Parties- auch wenn man das nicht laut zugeben mag. Die Idee mit der Fritten-Einlage finde ich klasse.

  5. says

    Looking for Freedom? Ich scheine älter zu sein. In unseren Grundschul-Freunde-Heftchen standen nämlich sämtliche NDW-Hits wie “DaDaDa” oder natürlich “99 Luftballons”. Besonders amüsieren könnte ich mich rückblickend über die Vorliebe zu “1000 Mal berührt” von Klaus Lage. Ich bezweifle, dass irgendeiner von uns damals den Text wirklich verstanden hat, geschweige denn nachfühlen könnte :)

  6. says

    Also Süßkartoffel-Suppe ist lecker, unbestritten. Die Einlage hier find’ ich aber genial und kreativ zugleich, wär’ ich nicht drauf gekommen.

  7. says

    @Jens Dann greif zu 😉

    @feinschmeckerle Ich bin durch mit sterilen Tellern 😉 Süßkartoffeln gefunden?

    @nata Ich hab mich schon gefragt, ob das jetzt genial ist – oder dämlich. Aber sieht so aus, als ob man Fritten in die Suppe packen könnte 😉

    @Schokozwerk Ich würde auch Fenchel nehmen – jederzeit!

    @Jen Auf meinen ersten Parties lief Cotton Eye Joe 😉

    @Heike Ganz schön reduziert schon wieder – aber eine Pommes hab ich immer für dich! Und für Mel hab ich immer nen Rest 😉

    @Martin :-)

    @Julia Ja, ich glaube das stand auch 1-2 mal drin. Und ich erinnere mich, wie ich mich als Kind fragte, wie er das wohl meinte…

    @Lemon Ich weiß auch nicht, wie ich immer auf so nen Quatsch komme…

    @Kerstin Super – mich hat man als Kind immer mit der Fleischwurst gekriegt!

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