In Verwicklungen verstrickt (Kohl, Käse und Kartoffel-Pü)

Freunde, es ist Kohl- und Wurzelgemüse-Zeit. Muffige Düfte strömen durch deutsche Küchen und halten sich später hartnäckig unter deutschen Bettdecken. Aber es hilft alles nichts, Köpfe müssen rollen – und so schön wie die grade alle in den Auslagen präsentiert werden, fällt der Widerstand schwer. Bei mir mussten heute ein Roter und ein Weißer herhalten, aber was wie Resteküche anmutet war das Ergebnis der ein oder anderen Einschlafphase – die Zeit, in der ich die besten Ideen für neue Gerichte habe. Mir schwebte da eine große, bunte Kohlroulade vor. Innen gefüllt mit deftigem Hackfleisch, Käse sollte herauslaufen, wenn man sie anschneidet und Zwiebeln wollte ich dabei haben.

Nun ist das aber mit der Phantasie so, dass die Bilder die da entstehen, meistens viel schöner sind, als das, was man nachher in der Küche vorfindet. Irgendwie hatte ich mir die ganze Rolle beim Zusammenbinden stabiler vorgestellt, aber die geeignete Größe für eine Kohlroulade scheint weit unter der zu liegen, die meine Vorstellungskraft für dieses Rezept vorgesehen hat – daher keine Bilder von der zusammengebundenen Lose-Blätter-Sammlung mit Füllung, die durch einige Lagen Frühlingsrollen-Teig doch noch in Form gebracht wurde. Und so präsentiere ich heute ein Rezept, quasi aus der Symbiose von Phantasie und Improvisationstalent heraus entstanden ;-)

 

: Käse Kohl Roulade

  • 500g Kohlblätter (z.B. Rot- & Weißkohl)
  • 200g Hackfleisch, gemischt
  • 1 Zwiebel (eine Hälfte in Ringe geschnitten, die andere grob gewürfelt
  • 2 Eigelb
  • 20g Haferflocken
  • 100g gemischten, geriebenen Käse
  • 400ml hellen Kalbsfond
  • Pfeffer
  • Salz

  1. Den Strunk der Kohlköpfe entfernen, die Blätter vorsichtig von unten her ablösen und 4-5 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Die dicken Rippen mit einem breiten Messer platt drücken.
  2. Hackfleisch mit einem Eigelb, Haferflocken und der gewürfelten Zwiebel mischen, mit Pfeffer und Salz kräfitg abschmecken.
  3. Eine Lage Blätter ausbreiten und darauf eine Hackfleischrolle betten, diese in den Blättern einwickeln.
  4. Dann wieder eine Lage Blätter auslegen, mit Käse bestreuen, die Rolle darin einrollen, das gleiche mit einer Lage Zwiebelringen und einer weitern Lage Käse wiederholen.
  5. Rollen mit Garn zusammenbinden, in einem Bräter in Olivenöl von allen Seiten ordentlich anbraten, Kalbsfond angießen und 25 Minuten im Ofen bei 150Grad garen lassen.
  6. Die Kohl-Roulade in einen doppelte Schicht Frühlingsrollenteig einschlagen und diesen mit Eigelb fixieren. In den Backofen bei 220Grad geben, bis der Teig goldbraun ist.
  7. Aus dem Bratenfond eine Sauce zaubern. Z.B. mit Orangensaft und Fenchelsaat, Zucker und Salz.

Es ist insbesondere wichtig, den Faden, mit dem die Roulade mehr oder weniger ordentlich zusammenhält, zu entfernen, bevor man das Kunstwerk mit dem Frühlingsrollenteig vollendet – womit dann auch die Verstrickungen im Titel erklärt wären… Fehlen nur noch ein paar Worte zur Beilage:

Meine liebe Kollegin S. schwärmte mir heute von einem Kartoffel-Orangen-Püree vor, zu dem ich gleich eine Idee hatte, die ausprobiert werden musste. Mir schwebte geröstete und gemörserte Fenchelsaat dazu vor und so habe ich dann ein Pfund Kartoffeln gekocht und die Schale einer Orange, 75g Butter (es war Mittwoch – Sonntags geht auch 200g) und besagte Fenchelsaat dazugegeben, mit ein bisschen Milch glatt gerührt und mit Salz abgeschmeckt. Ich war direkt angetan von diesem Püree und werde es weiter kombinieren. Probiert habe ich das auch noch mit konfiertem Knoblauch, was aber nicht so mein Ding war – kann man machen, muss aber nicht sein.

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10 Antworten auf “In Verwicklungen verstrickt (Kohl, Käse und Kartoffel-Pü)”


  • Weiterüben! ;)
    Dann klappt es nächstes Mal auch ohne Frühlingsrollenteig.
    (Ja, ich hab gut reden. Glashaus und so …)

  • Hast du den Faden drangelassen? Hast du?!?
    Schaut gut aus, ich mag das.

  • Hallo Alexander,
    mmh, das sieht doch super lecker aus, da macht es gar nichts, wenn du von den Vorversuchen keine Bilder hast. Hihihi, da hattest du gleich die Zahnseide mit im Gericht ;-)
    Übrigens, bei mir reißen die Kochlblätter immer ein, auch wenn ich sie noch so vorsichtig vom rohen Kohl ablöse, deshalb gebe ich den ganzen Kohlkopf zum Blanchieren in einen Topf und löse immer wieder – nach kurzer Wartezeit – Blatt für Blatt im köchelnden Wasser ab, geht prima :-)

    Ganz liebe Grüße von Barbara

  • Also Kohlrouladen mag ich ja eh total, finde jetzt aber die (quasi) Notlösung mit dem Frühlingsrollenteig genial! Das sieht so lecker aus, vor allem auf dem zweiten Bild. Und man hat schön was zu knuspern. Bei meiner Ma gab´s öfter Krautstrudel mit Blätterteighülle, an das erinnert mich das gerade ein bisschen, was das Aussehen betrifft.

  • also ich finde, die Rolle sieht zum Reinbeißen lecker aus. Ich nehm’ übrigens Wirsingblätter für Kohlrouladen – die sind wegen ihrer Struktur eine prima Verpackung.

  • @Hesting Klar, mach ich, der Winter ist ja noch lang. Da ist viel Zeit und viel Kohl zum Üben da…

    @Heike Zu allem Überfluss ist der Faden auch noch knallrot – mit dem Hinweis sollte er sehr leicht zu finden sein ;-) Ich mag´s auch, aber es darf noch mehr Käse rein. Viel mehr!

    @Barbara Zahnseide ist gut, damit bleibt sicher in keinem Zwischenraum was hängen ;-) Ich wusste noch nicht, was ich mit dem Rest vom Kohl anfangen will und bin deshal davor zurückgeschreckt, den komplett ins Wasser zu werfen…

    @Christina Waren ganz ehrlich meine ersten Kohlrouladen – ein Drama, was ich die letzten 33 Jahre verpasst hab ;-) Blätterteig mag ich dafür aber nicht so gerne, der suppt dann unten so eklig durch, wobei meine Ma das irgendwie immer ohne Gesuppe hinkriegt… Ich versuch mich demnächst mal an nem Strudelteig

    @Valeska Danke :) Wirsing probier ich demnächst auch mal dafür aus – finde ich sogar noch ein bisschen hübscher als einfach nur Kohl…

  • Ich bin froh, dass Du nicht in Verstrickungen verwickelt bist!
    Das sieht sehr lecker aus, und ich schlage ein Schweinenetz vor.

  • Von deiner kreation brauchst Du mich nicht zu überzeugen, da würde Ich direkt,sofort zugreifen, das wird mal nachgekocht … echt ne tolle Idee.

    Lg Kerstin

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