Kanelbullar – Schwedische Zimtschnecken

Kekse, Kekse, überall Kekse. Wie sagt sie so schön – Anregung zur Speichelproduktion… Seit Tagen läuft es schon bei mir. Die Super Chunkies hat mir die Frau Hansen letzten Freitag gebacken, allerdings brav ohne Cranberries, denn Obst mag ich nicht so in meinen Keksen. Und so hatte ich schließlich auch das Verlangen, mal wieder was Süßes in den Backofen zu schieben.

Mein Gutster, der Oli, war vor zwei Jahren mal nach Göteborg ausgeliehen und hat mir damit das Tor in den Norden geöffnet. Zweimal hab ich ihn besucht und mich in die Stadt, die Leute und das Land verliebt. Das zweitschönste Ereignis des letzten Jahres war unser Segeltrip vor Göteborg, aber dazu vielleicht ein andermal mehr, in einem Fischbeitrag – heute geht´s um Hefegebäck. Eine unheimlich wichtige Tradition für die Schweden ist die Fika, sozusagen die Kaffeepause. Und in Göteborg gibt es viele Cafes. Wir waren glaub ich in fünf verschiedenen und die waren alle um Welten besser als die Cafes die man z.B. in Stuttgart so kennt (wobei es hier natürlich auch Ausnahmen gibt). Mit Vorliebe gegessen wird zur Fika der sogenannte Bullar, ein Kaffeestückchen und eben sehr beliebt sind die Kanelbullar – Zimtschnecken, die man zuhause wie folgt zubereiten kann:

75 g Butter
250 ml Milch
25 g frische Hefe
75 Zucker
1/2 TL Kardamom
500 g Weizenmehl

40 g Butter
50 g Zucker
2 TL Zimt

1 Ei
Hagelzucker

  • Für den Hefeteig zunächst einen Vorteig herstellen, dazu die Butter schmelzen, Milch und Zucker dazugeben und auf 37 Grad erwärmen. Die Hefe reinbröseln, auflösen und ca. 15 Minuten stehen lassen, bis sich obenauf Blasen bilden. Böse Zungen behaupten, dass der Teig nicht aufgehe, wenn man die Butter gleich dazu gibt. Mir ist der Teig auf diesem Weg aber noch immer gelungen.
  • Das Mehl mit dem Kardamom mischen, den Vorteig nochmal durchrühren und zum Mehl geben, alles ordentlich kneten. An einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen.
  • Die restliche Butter erwärmen und mit Zimt und Zucker mischen.
  • Den Hefeteig zu einem Rechteck ausrollen und mit der Zucker/Zimt-Mischung bestreichen. Längs aufrollen und in ca. 4 cm breite Stücke schneiden. Nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen. Die Schnecken sollten deutlich aufgehen.
  • Backofen auf 275 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  • Die Schnecken mit dem verquirlten Ei bepinseln und dem Hagelzucker bestreuen.
  • 15 Schnecken auf einmal backen – man sollte “auf Sicht” backen bei der Temperatur. 5 – 8 Minuten reichen.
  • Unter einem Geschirrtuch abkühlen lassen. Die Kanelbullar schmecken natürlich am Besten noch warm. Sie bauen kalt relativ schnell ab, deswegen friere ich eine große Portion ein und taue nach Bedarf auf. Funktioniert super.

Dazu schmeckt am Besten ein lecker Capuccino – die Schweden trinken ihren Kaffee unvorstellbar stark, eigentlich sogar mir zu stark. In meinen Capuccino lass ich aber trotzdem am liebsten nen doppelten Espresso ;-) Leider ist die gute Graef schon wieder in der Werkstatt, aber so schlecht ist der Espresso aus der Aldi-Maschine auch nicht.

Mehr Fotos vom Entstehungsprozess gibt im Flickr-Album.

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8 Antworten auf “Kanelbullar – Schwedische Zimtschnecken”


  • Was ist denn das Kötbullar nach dieser Übersetzung für eine Schnecke?

  • Also, da läuft der Speichel jetzt auch ganz schön, ich mag doch Hefeteig so gerne und dann noch mit Zimt… supi! Und zur schwedischen Kaffeepause: Ein Schelm, wer an horizontale Begebenheiten denkt, aber ich habe erstmal schon ganz schön blöd geschaut, als mein schwedischer Studienkollege damals zu mir gesagt hat: “Komm, wir machen mal Fika!”

  • @AT: Kött steht für Fleisch (wer hätte das gedacht…) und Bullar sind Brötchen, aber ich lass mir das grade nochmal ausführlich von meinem schwedischen Kollegen (der mit dem Segelboot) erklären. Wobei so eine Hackschnecke natürlich auch ein Eyecatcher auf jedem Buffet wäre. Oder eine Hefeschnecke mit Hackfüllung…

    @Christina: Wer weiß, diese Schweden haben ja schon einen eigenen Humor ;-)

  • Sag mal Alex, warum hast Du eigentlich keine Funktion zur Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren im Blog? Wenn ich nicht darauf achte, rutschen mir Deine oder/und die Antworten der anderen durch.

  • Uuups, Danke für den Hinweis… Jetzt solltest du dich benachrichtigen lassen können.

  • hey, und sogar ein Abo ohne Kommentar, wie toll ist das denn? :)
    Gezz muss ich mal zum Claus und ihn das gleiche fragen, der hat die Funktion nämlich auch nicht. :)

  • Das richtige für einen nebeligen Sonntag und somit wird es sie heute bei uns zum Kaffee geben. Wann frierst du sie ein? Nach dem Rollen und vor dem Backen oder die fertig gebackenen Schnecken? Und wie taust du sie dann auf?
    Danke für die Info, fast-fertig-Schnecken aus dem Tiefkühler stell ich mir nämlich optimal für überraschende Gäste vor.

    • Die schmecken auch toll auf einer winzigen schwedischen Insel, an der man grade mit einem Segelboot angelegt hat ;-) Bisher habe ich sie immer nach dem Backen, nach dem sie abgekühlt waren eingefroren und dann einfach kurz in der Mikrowelle aufgetaut. Ich werde bei Gelegenheit aber auch mal versuchen sie nicht ganz fertig zu backen, dann einzufrieren und sie dann später im Ofen aufzutauen und fertig zu backen – aber ich vermute keinen großen Unterschied.

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